6 drängende Fragen zum Karneval

Gibt es Versöhnung zwischen Alaaf und Helau? Warum ist der Hesse möglicherweise der klügere Karnevalist? So viele drängenden Fragen, wir geben die Antworten …

Alaaf & Helau: gemeinsame Wurzeln eine Chance auf Versöhnung?

Die Ausrufe „Alaaf!“ und „Helau!“ spalten seit vielen Jahren die Jecken in Nordrhein Westfalen. Der falsche Ausruf in der falschen Region kann dabei ernsthafte Folgen haben.

Eine Gruppe höchst umstrittener saarländischer Neolinguisten behauptet nun, nach Auswertung mehrerer mittelalterlicher Bierdeckel und Wandkritzeleien einen gemeinsamen sprachlichen Ursprung herausgefunden zu haben, der sich unter alkoholischer Einflussnahme wie folgt herleiten lassen soll:

„Aaaachwasss, lass’nen saufen!“
Dieser Friedensapell im Kontext sich anbahnender Konfliktsituationen im frühmittelalterlichen westfälischen Karneval hatte über Jahrhunderte Bestand. Daraus wurde unter Berücksichtigung einer alkoholbedingten Erschlaffung von Zunge und Unterlippe oft ein bierselig zugerufener Dialog:

„Alaaassfff!“ – „Ey ja, saufen!“

„Alaaf!“ – „eyjaalassfeinan… Hesauf!“

„Alaaf!“ – „Helau!“

So gesehen, bedeuten beide Ausdrücke also ein friedliches Miteinander. Doch beide Parteien dementieren das bis heute hartnäckig. Aus Sicht der Neolinguisten ein sicheres Indiz für die Richtigkeit ihrer Herleitung.

Warum sagt man im Karneval: „Bütze“?

„Bütze“ kommt von „bitte“ bzw. „och bütteeee“. Strenggenommen ist also die im Rheinland häufig anzutreffende karnevalistische Ansage „Loss mer bütze!“ kein vollständiger Satz. „Lass uns bitte… ? Es fehlt das Verb. Die korrekte Antwort darauf müsste eigentlich lauten „Ja, aber was denn?“. Soweit kommt es im Karneval allerdings fast nie.  Kussmund

Fastnacht oder Fassenaach?

Eine historisch bis heute nicht eindeutig geklärte Frage! Sowohl der von vielen Katholiken als Ursprung gesehene Begriff „Fassnacht“ als auch die von vielen Protestanten favorisierte Deutung der „Fastnacht“ als „es ist fast Fastenzeit“ lassen sich nicht schlüssig verifizieren.

Anstatt jedoch – wie in Nordrhein-Westfalen seit Jahrhunderten üblich – deswegen in tiefe Gram zu verfallen, hat man sich in Hessen einen semantisch zweifelhaften Ausweg geschaffen. In Hessen heißt es „Fassenaach“ – kommend von „Ich fasse nach“. Die darin enthaltene Botschaft: „Ich erkenne das Problem und fasse deswegen einmal nach = ich fasse nach.“  Somit sind die Tollen tage in Hessen also vornehmlich eine Zeit der intensiven Beschäftigung mit sprachlichem Brauchtum, die Fassenaach.

Woher kommt der Begriff „Kamelle“?

Auf zeitgenössischen Karnevalsumzügen werden vorzugsweise gepresste Klein-Lutschwaren, im Rheinland auch als „Kamelle“ bekannt, unter das jubelnde Volk geworfen.

Nun weiß man zwar, dass sich Karnevalsumzüge bis in die Antike etwa nach Ägypten zurückverfolgen lassen. Weniger bekannt sind jedoch die tragischen Anfangsversuche, das Volk mit etwas zu bewerfen, das ihnen Freude machen soll. Der Begriff „Kamelle“ legt hiervon Zeugnis ab. Galten seinerzeit doch Kamele als ein besonderer Reichtum beim gemeinen Volk.

Kamelle

Die Wiederaufnahme der Wurfgeschenke fand in der Hochzeit des Klassizismus statt. Nicht zufällig also wollte man die Herkunft dieses Brauches nicht verleugnen. Aber auch deutlich machen, dass man den Fehler der alten Ägypter nicht zu wiederholen gedenke. So entschied man sich nach langen Beratungen für ein zusätzliches „L“ und es entstand das Wort Kamelle

Darf man Stippeföttche?

Unlauteren Quellen zufolge haben erst vor wenigen Wochen die deutschen katholischen Bischöfe das voreheliche Stippeföttche (gegenseitiges Reiben mit dem Poppes) zur Karnevalszeit als nicht sündig und somit nicht verwerflich eingestuft.

Auf der Flucht: Keine Lust auf Karneval?

Wir lassen es hier oben lieber etwas ruhiger angehen und sparen uns die Umzüge für das Erntedankfest im Herbst auf.

Gönn Dir doch eine Auszeit von der Pappnasen-Kultur und entspanne in einem schönen Aparthotel oder in einer gemütlichen Ferienwohnung an der Küste.

Sonnenuntergang am Strand

Wir nehmen jeden Karnevals-Flüchtling schützend auf! Herzlich willkommen und ganz im Vertrauen: Es soll ja selbst hier oben einzelne Nordlichter geben, die sich zu dieser Zeit in andere Teile Deutschlands verirren und dem Karnevals-Tourismus frönen ;-)

Wir im Norden freuen uns in jedem Fall auf Euch! Bis bald! :-)

 

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