Begeisterung ist ansteckend, wussten Sie das schon?

Wir Upstalsboomer teilen immer wieder gerne unsere Erlebnisse aus den Hotels und Ferienwohnungen zum Schmunzeln, zum Nachdenken und zum Freuen.

Mirco Hitzigrath erzählt hier von seinem bewegenden Besuch im Kinderheim.

„Kleine Geschichte“

von Mirco Hitzigrath – Direktor des Hotels meerSinn, Rügen

„Der Norden tut Gutes“

Im Rahmen der jährlichen Aktion „Der Norden tut Gutes“ habe ich nach einem Gespräch mit Bodo Janssen entschieden, im Jahr 2014 die Wohngruppe des Landhauses und Kinderheims Dreschvitz zu unterstützen. Ohne jegliche Erfahrungen in Verbindung mit Kinderheimen hatte ich das Gefühl, dass dieses Projekt sehr gut der Sinngebung unseres Leitbildes mit der Vision von glücklichen Menschen entsprach und stellte den Erstkontakt mit einer leitenden Betreuerin her.

Mein Ziel war es, die Wohngruppe zu einem gemeinsamen Kinderkochen in das Hotel meerSinn einzuladen, um den Kindern einen schönen Tag bei uns im Haus zu ermöglichen. Mein Interesse war groß, eben ohne jegliche Erfahrung, die Wohngruppe persönlich zu besuchen, um zu sehen wie das Leben vor Ort ist. Prompt wurde ich sogar zu einer Betreuersitzung eingeladen. Vier Betreuer, die aus meiner Sicht eine einzigartige Leistung vollbringen, indem sie Menschen mutmaßlich ohne familiären Halt eine Ersatzfamilie bieten, und zwar 24 Stunden am Tag, erzählten mir begeistert von ihren Erfahrungen und den täglichen Herausforderungen des Lebens im Kinderheim.

Sie erzählten mir auch, dass die üblichen Gründe des Aufenthalts der Kinder, insgesamt zehn Kinder hier, der Tod der Eltern, Alkoholismus und Drogen, jedoch zumeist häusliche Gewalt sind. Was die Erfahrung des Besuchs außerordentlich machte: Nach etwa einer Stunde Teamsitzung kam das erste Kind von der Schule – sein Name war Mirko. Die Betreuerin stellte uns einander vor und ich sagte, dass ich ebenfalls Mirco heiße, woraufhin er mich überglücklich herzlich drückte und mir sofort sein Zimmer zeigte und mir erzählte, was er täglich nach der Schule macht und wie er seinen Tag verbringt. Ich war gerührt von der Art der Begeisterung, was er mir erzählte und bewegt von der Dankbarkeit für Kleinigkeit im Leben.

Mir ging durch den Kopf, was uns Durchschnittsmenschen mit Familie, Wohnraum, Rückhalt und üblichem Luxus im Leben täglich für Nichtigkeiten belasten in Anbetracht von Umständen, die andere Menschen umgeben. Wir sollten uns immer vor Augen führen, wie dankbar wir sein können für unsere Bedingungen. Eine Erfahrung, die mich auf den Boden der Tatsachen zurückgeholt hat. Später erfuhr ich, dass Mirko geistig behindert ist.

Im Oktober 2014 während der Schulferien besuchte uns die gesamte Wohngruppe im Hotel und wir kochten zusammen, lachten viel und hatten einen schönen Abschluss beim gemeinsamen Mittagessen. Einige Kinder sagten mir, dass dieses einer der schönsten Tage in ihrem Leben war. Heute besteht eine enge Verbindung zum Landhaus Dreschvitz. Zurzeit bin ich in Gesprächen mit der AWO Rügen, um die Rahmenbedingungen zu schaffen, um berufsreifen Jugendliche aus Kinderheimen in Zukunft die Ausbildung in unserem Hotel zu ermöglichen. Ein erstrebenswertes Ziel, für das es sich lohnt zu kämpfen.

#kleineGeschichten

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