Die Tour des Lebens – die Kili-Rockstars auf dem Gipfel

Im Januar 2016 nahm unser Geschäftsführer Bodo Janssen 8 Auszubildende und weitere Mitarbeiter mit auf den Kilimandscharo, den höchsten Berg in Afrika …

Die Tour des Lebens startet

Am 10. Januar starteten wir von unseren jeweiligen Wohnorten und trafen uns in Frankfurt am Flughafen. Von dort aus ging es über Addis Abeba/Äthiopien und Mombasa/Kenia zum Kilimanjaro International Airport in Tansania.

Zwischenlandung in Addis Abeba

Es war beim Landeanflug leider sehr bewölkt, was ungewöhnlich ist für diese Reisezeit. Somit blieb der erste Blick auf „unseren“ Berg noch aus. Wir konnten nicht ahnen, dass wir den Berg aufgrund der Wolken leider nur selten zu Gesicht bekommen werden. Auf dem Parkplatz des Flughafens wurde unser Gepäck auf dem Dach eines Busses verstaut und wir starteten unsere Fahrt nach Moshi zum ersten Hotel. Die nächsten Schritte: Zimmerzuteilung, Lagebesprechung und letzte Hinweise, Abendessen sowie Rucksack und Packsack packen für die Besteigung.

Abfahrt vom Hotel

Am Dienstag starteten wir nach dem Frühstück mit dem Bus Richtung Marangu Gate, dem Startpunkt unseres Abenteuers auf ca. 1800m Höhe. Es folgte die obligatorische Eintragung in das Nationalpark-Buch, die Verteilung der Lunchboxen sowie das Befüllen der Wasserflaschen für die erste Etappe.

Der Startpunkt unserer Bergbesteigung: Das Marangu Gate

Vor uns lagen 800 Höhenmeter und etwa zehn Kilometer Wegstrecke durch den Regenwald von Tansania. Der Regenwald tat seinem Namen alle Ehre und es regnete gut die halbe Strecke unserer 5-Stunden-Wanderung.

Nach Ankunft wurden wir auf die Hütten verteilt, haben unsere nasse Kleidung zum Trocknen aufgehängt und trafen uns in der Haupthütte zum Abendessen. Es gab die typischen Speisen und Getränke: heißes Wasser zur Zubereitung von Tee, Instant Kaffee oder Kakao, Popcorn als Vorspeise und anschließend eine Suppe sowie Pfannkuchen, Gemüse und Fleisch.

Es dauerte nicht allzu lange, bis wir ins Bett gingen – ein anstrengender Tag stand uns bevor. Es hieß zudem, dass es am nächsten Tag wieder regnen sollte.

Die Jungs schliefen direkt in der Haupthütte über dem Speiseraum, die Mädels und das Kamerateam wurden in kleineren Hütten jeweils zu dritt untergebracht.

Am Mittwochmorgen empfing uns der Tag mit viel Sonne. Zuerst erhielten wir unseren „Morning Tea“ direkt ans Bett, anschließend frühstückten wir Porridge, gebratene Eier und Toasts inkl. der üblichen Heißgetränke. Dann erhielten wir unsere Trinkflaschen mit abgekochten Wasser und auch neue Lunchboxen für den Tag.

Jetzt hieß es Rucksack und Packsack packen und Start mit Etappe 2. Vor uns lagen 1000 Höhenmeter Aufstieg über eine Strecke von ca. 12,5 km, bevor wir die Horombu Hut auf ca. 3700m erreichten. Es ging wieder einige Zeit durch Regenwald, der von Moorland abgelöst wurde.

Bei Ankunft an den Horombu Huts hielt auch die Wettervorhersage ihr Versprechen und der Regen prasselte auf uns nieder. Unsere einheimischen Begleiter ließen sich jedoch nicht davon abhalten zu singen und zu tanzen. Nach der Eintragung in das Nationalparkbuch wurden wieder die Hütten eingeteilt. Diesmal belegten wir nur 6er Hütten.

Blick über die Horombu Huts in 3700m Höhe

Nach dem Abendessen ging es schnell in den Schlafsack und wir versuchten trotz der Höhe schnell zu schlafen, um uns bestmöglich zu erholen und zu akklimatisieren. Die ersten Folgen der Höhe zeigten sich bei uns durch leichte Kopfschmerzen und Kurzatmigkeit. Ein Dauerthema für die nächsten Tage.

Der Donnerstag war unser Akklimatisierungstag. Das Motto: „hoch steigen und tief schlafen“ Wir wanderten nach dem Frühstück bei schönstem Sonnenschein von 3700m hoch zu den Zebra Rocks auf ca. 4000m. Nach kurzer Rast ging es weiter über 4100m zurück zu den Horombu Huts. Rechtzeitig zur Rückkehr zogen Wolken auf und es begann wieder zu regnen.

Rast auf 4100m, der Kili wird von den Wolken verdeckt

An den Horombo Huts wieder angekommen gab es Mittagessen. Der Plan war etwas zu essen, sich in den Hütten auszuruhen und sich erst zum Abendessen wieder zu treffen. Wir genossen die Ruhe des Akklimatisierungstages. Denn schon am nächsten Tag sollte es weiter auf 4700m Höhe zu den Kibo Huts gehen. Eine weitere Etappe in Richtung Gipfel.

Auch am 5. Tag unserer Tour ließ uns der Regen nicht im Stich. Der Anstieg von 3700 m auf 4700 m  war nicht allzu steil, aber verlangte doch all unsere Kräfte und Durchhaltevermögen. Denn erst nach ca. vier Stunden machten wir unsere erste einzige Pause. Im Regen und dem kalten Wind war es nicht wirklich auszuhalten. Sobald man stehen blieb wurde es kalt, alle wollten so schnell wie möglich zu den Hütten. Dadurch, dass es nicht so steil anstieg konnten wir irgendwann die Kibo Hut sehen. Aber auch wenn man dachte, dass es nicht mehr lange dauern würde, zog sich die Strecke doch sehr lang. Nach ca. fünf Stunden und einer Strecke von ca. zehn Kilometern erreichten wir müde aber glücklich die Kibo Hut.

Unsere Unterbringung in der Kibo Hut auf 4.700m Höhe.

An der Hütte angekommen, mussten wir zum 3. Mal in dieser Woche unsere nasse Kleidung wechseln und legten uns in die warmen Schlafsäcke. Meine beiden mit heißem Wasser gefüllten Trinkflaschen unterstützten mich beim Aufwärmen und wurden als Wärmflasche zweckentfremdet. Nach kurzer Zeit gab es Abendessen. Ab jetzt wurde es richtig ernst.

Nur noch wenige Stunden bis zum letzten Anstieg auf den Gipfel. Er war zum Greifen nah und doch so fern. Die freien Betten wurden zum Lager der Gipfelnacht-Ausrüstung umfunktioniert. Jeder wollte vorbereitet sein und nicht noch nach ein bis zwei Stunden Schlaf seine Sachen aus dem Packsack suchen müssen.Um 23 Uhr wurden alle geweckt, um direkt um Mitternacht aufbrechen zu können.

Die Gipfelnacht, ihre Tücken und der Erfolg

Mitternacht ließ nicht lange auf sich warten und es ging los. Nach einem Heißgetränk und einer Schüssel Suppe sammelten sich alle vor der Hütte und starteten den Anstieg. Die härteste Herausforderung der ganzen Tour. Verschiedene Gedanken gingen einem durch den Kopf: die Gedanken an die Familie, Freunde und Kollegen Zuhause, die einem positive Gedanken und Unterstützung mitgegeben hatten; der Gedanke an die Sonnenstrahlen bei Sonnenaufgang auf dem Gipfel; Gedanken daran, was uns wirklich erwartet, wie lange wir brauchen würden, ob wir das alle gut überstehen und schaffen würden.

Der Wind blies uns um die Nase, die Kälte, die Höhe und die Anstrengung machten uns zu schaffen, wir waren müde und der Gipfel verlangte alles von uns ab. Eine solche Anstrengung hatte wahrscheinlich noch niemand von uns je erlebt. Immer wieder wurden wir daran erinnert viel zu trinken und auch immer mal wieder Nüsse, Energieriegel und Ähnliches zu essen. Immerhin sollten wir es alle hoch schaffen. Und dazu brauchten wir Kraft. Unsere Guides fingen immer wieder an zu singen. Wer es schaffte sich auf den Gesang zu konzentrieren hatte es einige Minuten leichter zu laufen, da man nicht über all die Strapazen nachdachte.

Der Sonnenaufgang auf 5685m Höhe beim Gilman’s Point war der Wahnsinn. Noch nie habe ich persönlich einen Sonnenaufgang so genossen wie diesen. 5685m – der Kilimanjaro war offiziell erklommen. Wir gingen alle weiter auf 5762m Höhe – der Stella Point, die Silberurkunde.

Der ein oder andere aus dem Team musste oder wollte ab diesem Punkt wieder nach unten. Der Rest des Teams setzte seinen Weg fort. Die 5895 m wollten erreicht werden.

Die Tränen des Stolzes, des Glücks, der Anstrengung, der Dankbarkeit, der Müdigkeit liefen uns die Wangen runter. Wir hatten es in ca. 8 Stunden bis zum Gipfel geschafft!

Wir Kili-Rockstars auf dem Gipfel des Kilimanjaro, Uhuru Peak, 5.895m üM.

Der Abstieg vom Gipfel

Auch der Abstieg forderte einiges von uns. Anstatt die Serpentinen, die wir hochgegangen sind, wieder runter zu gehen, nutzten wir den mit lockerer Erde belegten Weg. Das ging um einiges schneller. Wir rutschten den Weg runter. Gehen war auf diesem Untergrund nicht wirklich möglich. Gegen Mittag wieder bei der Kibo Hut angekommen durften wir uns noch zwei Stunden ausruhen bevor es weiter zurück zu den Horombo Huts ging. Dort schliefen wir noch eine Nacht. Weiter ging es am nächsten Tag über die Mandara Huts zum Marangu Gate.

Es war geschafft!! Wir sind alle heile wieder unten angekommen und wurden mit Essen und Trinken begrüßt nachdem wir unseren Erfolg in das Nationalpark-Buch eingetragen hatten. Die Urkunden bekamen wir später. So müde wir auch waren, konnten wir uns doch alle freuen und viel lachen. Die Anstrengung war vorbei und der Erfolg, den Gipfel des Berges erreicht zu haben, machte uns glücklich und wir freuten uns auf warme Duschen, ein richtiges Bett und ein paar weitere entspannte Tage in Afrika.

Unsere ganze Tour haben wir für Euch natürlich als kleines Video festgehalten :)

Eure Franzi und Jan-Henrik

#TourdesLebens # KiliRockstars

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