Die Wahrheit über den Karneval

Rosenmontag steht vor der Tür und man kann sie schon hören: Die Narren nahen mit ihren alaafigen und helauistischen Ausrufen der scheinbaren Fröhlichkeit. Jahr für Jahr. Es gibt kein Entrinnen – oder doch? Wir haben den Karneval genau unter die Lupe genommen und ungeahntes entdeckt. ;-) 

10 Dinge, die ihr noch nicht wusstet!

1 – Stippeföttche

Nach einem bis heute wenig bekannten Papsterlass von 1962 wird trotz latent imitierter sexueller Anspielung das gegenseitige Reiben oder „Wibbeln“ der Gesäßmuskulatur unter gleichgeschlechtlichen Gardisten zur Narrenzeit als gottgefällig eingestuft und gebilligt. Bei offiziellen Anlässen wird heutzutage allerdings leider oft nur ins Leere „gewibbelt“.

2 – Alaaf und Helau

Woher kommt das eigentlich? Nicht anerkannte Sprachwissenschaftler aus Nordrhein-Westfalen haben gehört, dass beide Ausrufe eine gemeinsame Geschichte haben. Als in vereinzelten Regionen die ersten Karnevalsumzüge stattfanden, riefen ihnen die umherstehenden Menschen zu: „Halt an! Ich will auch!“ … sinnhaft: ich will auch mitfahren!

Im Zuge der zweiten hochmittelalterlichen Lautverschiebung und unter dem zunehmenden Einfluss alkoholischer Gehässigkeiten zum Karneval entwickelte sich langsam:

„Halt an! Ich will auch!“
„Haaaalann…‘schwill auch!“
„Haaalaaa‘fwillauuu!“

„Alaaf!“ und „Helau!“ – was sich dann diesseits und jenseits des Rheins im Laufe der Jahrhunderte unterschiedlich verbreitete.

3 – Warum eigentlich „Loss mer bütze“?

Na ja, Ihr könnt ja mal nach drölf Bier in unter fünf Minuten versuchen, verständlich artikuliert zu fragen:
„Werte, mir im Zweifel bisher unbekannte Dame, darf ich Ihnen mit einem zarten, geschlossenlippigen und für die närrische Zeit so typischen angedeuteten(!) Küsschen einen personalisierten, närrischen Gruß entbieten?“
Siehste. Auch die sprachliche Nähe von „bütze“ und „bütte“ (bitte) ist nicht ungewollt. Sie verbindet das manchmal recht lax vorgetragene Verlangen mit einer höflichen Frage und kann dadurch Missverständnisse minimieren.

4 – Fastnacht oder Fassnaach?

Der kolportierte Hinweis auf die kommende Fastenzeit im Gebrauch des Wortes Fastnacht wird bis heute hartnäckig angezweifelt. Seit den Reformationskriegen weisen religiös nur sekundär orientierte Kreise gerne auf historisch zweifelhafte Quellen, nach denen an Fassnaach das erste Fass der tollen Tage angestochen wird.

5 – Die Asche am Aschermittwoch

Angeblich kommt die Asche am Aschermittwoch von im Vorjahr verbrannten Palmzweigen an Palmsonntag. Als ob jemand verbrannte Zimmerpflanzen ein Jahr lang irgendwo aufbewahrt!? Dat is Kappes!

Es handelt sich dabei um die Asche des am Vorabend verbrannten „Nubbels“ oder „Hoppeditz“. Diese Strohpuppe verkörpert die Sünden an Karneval und deren Zeit ist nun mal am Faschingsdienstag um 23.59 Uhr abgelaufen.
Das Problem: der Brauch, den reuigen Narren am Aschermittwoch Morgen die sterblichen Überreste eines jüngst dahingeschiedenen Brandopfers durch das Gesicht zu wischen, lässt sich nur schwer vermarkten.

6 – Der Rosenmontagszug

Der Rosenmontagszug gilt gemeinhin als Höhepunkt des Straßenkarnevals. Das ist so gesehen aber nicht richtig! In Wirklichkeit hatten vor allem im Mittelalter viele einfache Leute nach Tagen maßlosen Gefeiers am Wochenende einfach nur die Faxen dicke und flohen in einem organisierten Zug aus der Stadt, um bis Mittwoch endlich ein bisschen Ruhe zu haben. Ursprünglich wurden auch nicht Süßwaren, sondern Pferdeäpfel auf die am Straßenrand stehenden Unverbesserlichen geworfen.

Die bürgerliche Beweisaufnahme lies lange nur Deutungen zu, nach denen der Papst jemandem rein zufällig zu dieser Jahreszeit eine geweihte Rose schenkte. Merkste selber, oder? Unglaubwürdig! Ebenfalls im Angebot ist eine Überlieferung der Gebrüder Grimm, denen zufolge aus dem „rasenden Montag“ ein „Rosenmontag“ wurde.

Tatsächlich galt zu jener Zeit aber ganz einfach unter den Genervten die Parole „Raus am Montag“!

7 – „Kamelle!“

Etwa seit Anfang des 19. Jahrhunderts werden auf Karnevalsumzügen gepresste Klein-Lutschwaren (Kamelle) als Geschenke unter das beistehende Volk geworfen. Weniger bekannt ist, dass auch schon in den Jahren zuvor immer wieder versuchsweise Geschenke geworfen wurden. Allerdings dauerte es lange, bis man nach Töpferwaren, Holz- und Metallgegenständen sowie vereinzelt Glas, mit dem Süßkram eine attraktive Produktpalette fand, die auch die zum Teil erheblichen Verletzungsraten an Karneval einzudämmen vermochte.

8 – Die Zahl 11

Auch so ein unhaltbarer Mythos! Der Beginn der Saison ist am 11.11. – natürlich nur, weil es zufällig der St. Martinstag ist. Elferrat aus Respekt vor den 12 Aposteln aber eins mehr als die 10 Gebote… Papperlapapp! Alles nur wild gestrickte Fakenews einer linksintellektuellen, staatlich gelenkten… pardon, ich ereifere mich.
Dahinter stehen ganz praktische Gründe. Der traditionelle Genuss eines gelegentlichen Biergetränkes führt bisweilen zu Doppelsichtigkeit. Eine Zahl mit zwei gleichen Ziffern, die sogar auf den Kopf gestellt noch erkennbar ist, verhindert Verwirrung und vermeidet die vorurteilsbeladene Bloßstellung von Narren nur auf Grund ihrer gestörten Sinneswahrnehmung.

Außerdem ist die 11 phonetisch eine der umgänglichsten Zahlen überhaupt. Sie lässt sich in jeder Lebenslage und in jedem Aggregatzustand immer noch beinahe fehlerfrei kommunizieren.

9 – Organisierte Fröhlichkeit

Garstige Zungen behaupten bisweilen, der Karneval sei nichts Anderes als nicht authentische, plump und beliebig vorgetäuschte Witzigkeit. Das stimmt gar nicht!

10 – Die Wahrheit

Das ist natürlich alles nur geflunkert … ein bisschen. ;-)

Auf der Flucht: Keine Lust auf Karneval?

Vom „Jeckentum“ inspiriert, haben wir ihn zur Abwechslung Mal selbst zum Narren gemacht. Aber an der Stelle hört es hier im schönen Norden aber auch schon wieder auf, mit den Karnevalsgefühlen. Wir lassen es hier oben lieber etwas ruhiger angehen und sparen uns die Umzüge für das Erntedankfest im Herbst auf. Wenn Du bei der Überschrift von Punkt 9 vom vielen zustimmenden Nicken schon Nackenschmerzen bekommen hast, brauchst du DRINGEND ein bisschen Erholung vom Fasching und bist bei uns genau richtig!

Gönn Dir doch eine Auszeit von der Pappnasen-Kultur und entspanne in einem schönen Aparthotel oder in einer gemütlichen Ferienwohnung an der Küste.

 

… bei dem Anblick kann man doch kaum widerstehen, oder? Wir nehmen jeden Karnevals-Flüchtling schützend auf! Aber auch wer den Karneval in fernen Regionen nicht verpassen will und erst danach Erholung benötigt, ist herzlich willkommen – keine Sorge! Es soll ja selbst hier oben einzelne Nordlichter geben, die sich zu dieser Zeit in andere Teile Deutschlands verirren und dem Karnevals-Tourismus frönen ;-)

Wir im Norden freuen uns in jedem Fall auf Euch! Bis bald! :-)

 

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