Ein Bayer im Norden …

Wir Upstalsboomer teilen immer wieder gerne unsere Erlebnisse aus den Hotels und Ferienwohnungen zum Schmunzeln, zum Nachdenken und zum Freuen.

Hier berichtet Alexander Schreiter von den Besonderheiten, die er „zwischen den zwei Welten“ erlebt.

„Meine Geschichte“

von Alexander Schreiter – Direktor der Hotelresidenz & SPA Kühlungsborn

Bayern und der Norden der Republik hatten schon immer vieles gemeinsam. Die schönsten Landschaften Deutschlands gibt es sowohl hier als auch dort. Es gibt für viele nur diese zwei Regionen Deutschlands, in denen das Leben wirklich lebenswert ist. Auch wenn es sprachlich und kulturell nicht unterschiedlicher sein könnte.

Seit Mai 2015 bin ich Hoteldirektor der „Upstalsboom Hotelresidenz & SPA Kühlungsborn“. Für mich als gebürtigen Münchener, der naturgemäß mit Leib und Seele Fan des FC Bayern München ist,  ist das manchmal nicht ganz leicht im hohen Norden. In einer Region ohne Champions League, ohne Spiele um die deutsche Meisterschaft, dort, wo die 3. Fußball-Liga derzeit die höchste Spielklasse ist.

Mit Hauptwohnsitz in Hamburg bleibt mein Herz zwar bei den Bayern, aber die Sympathien gelten auch den Nordklubs – HSV, St. Pauli oder Rostock.  Wenn es die Zeit in der Vergangenheit zuließ, habe ich mich mit meinem Sohn und einem blau-weißem Fanschal auf den Weg ins Volkspark-Stadion in Hamburg gemacht. Natürlich habe ich die letzte Saison mit den drei genannten Vereinen mitgelitten und gezittert und war erleichtert, dass alle drei die Klasse gehalten haben. Bei wichtigen Spielen wird aber der rot-weiße Schal ausgepackt und ich fliege nach München in die Allianz-Arena.

 

Boxer Theo mit Bayern-Schal

Boxer Theo mit Bayern-Schal

In Kühlungsborn bleibt mir am Wochenende oft nur der Druck auf die Fernbedienung des Fernsehers, um meine Bayern zu sehen. Um einen Fußballabend formvollendet bayerisch zu gestalten, kommt dann natürlich ein gutes Paulaner oder Franziskaner Weißbier auf den Tisch. Vor dem Fernseher unserer Familie geht es dann emotional zu, denn ich habe zwar die Unterstützung von meinem 19-jährigen Sohn, der ebenfalls ein echter Bayern-Fan ist, aber ordentlich Gegenwind von meiner Frau, die aus Prinzip immer den Gegnern die Daumen drückt.

Wie man dem Foto entnehmen kann, ist auch Familienhund „Theo“ ein wahrer Bayern-Fan.

 

Als Mittler zwischen dem Norden und dem Süden bin ich schon seit Jahren unterwegs – sowohl bei der Sprache als auch getränketechnisch. Als ich 1980 das erste Mal von München nach Hamburg kam, gab es einen Kulturschock. Es gab in der gesamten Hansestadt kein Weißbier. Heute unvorstellbar, aber damals war das so. Man trank Pils. In der ganzen Hansestadt? Nein, nicht ganz, denn nach endlos scheinender Suche habe ich einen kleinen Getränkehändler gefunden, der tatsächlich das bayerische Nationalgetränk im Sortiment hatte. Die Ausbildungszeit von zweieinhalb Jahren war gerettet. Der Getränkehändler musste versprechen, immer für entsprechende Gerstensaft-Vorräte zu sorgen. So begann der Siegeszug des Weißbiers im Norden. Heute gibt es das edle Getränk in jeder Kneipe, in jedem Restaurant, in jedem Hotel – es ist gar nicht mehr wegzudenken.

Jahre später gab es das gleiche Spiel noch einmal in Süddeutschland. Im Jahr 2002 wurde ich nach Heidelberg versetzt. Mittlerweile liebte ich auch das friesisch herbe Jever, was hier jedoch gänzlich unbekannt war. Also wurde auch hier dem nächsten Getränkehändler aufgetragen: Jever muss her! Bei Jever wunderte man sich damals, warum plötzlich die Absatzzahlen im Süden stiegen – jetzt kennen Sie den wahren Grund.

Besonders habe ich mich über den Besuch der Kühlungsborner Partnergemeinde Garmisch-Partenkirchen Anfang Oktober 2015 gefreut. Da wurde zum traditionellen „Kühlungsborner Herbst“ die  originale Tracht mit Lederhose aus dem Schrank geholt. Und bei Weißbier und Weißwurst hieß es dann einige Tage „Grüß Gott“ anstatt „Moin, Moin“ –  für mich sind das wahre Heimatgefühle. :)

Mein Zuhause ist aber schon lange der Norden. Nur beim Fußball wird das Herz immer rot-weiß schlagen.

#kleineGeschichten

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Kommentare (2)

  • Barbara Plaum

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    Ein herzliches Grüß Gott, Herr Schreitet,
    um meinem Mann, mir und unserem (nichthaarenden) Goldendoodle Cleo
    eine unserer kurzen Auszeiten zu buchen, habe ich im Internet das Upstallboom Kühlungsborn gefunden und gewußt: das ist es….
    Nach dem Telefonat zur Info welche Suite ich mit dem Hunde buchen kann, war ich sprachlos (und des is fei selten), dass ich als Hundehalter quasi in die zweite Reihe verbannt werde. Ein Urlaub am Meer ohne das Meer zu sehen ist wie ein Urlaub in München ohne ein Weißwurstfrühstück im Tal oder eine Mass im Biergarten. Ich verstehe, dass es Zimmer geben muss, die nur von den Vierbeinern und den Herrchen bewohnt werden sollten. Aber warum nur Landseite?
    Eine Suite zum Meer geht scho oder?
    Schee wär’s und gfrei rät’s mi a….
    Ein herzliches vergelts Gott von einem Bayern der im Exil in Berlin wohnt (und die Berge sind zu weit für zwei Tage:))
    Barbara Plaum

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    • Sebastian

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      Liebe Barbara,
      vielen Dank für deinen Kommentar. :) Herr Schreiter wird sich persönlich per E-Mail dazu melden, denn Anmerkungen wie diese sind uns bei Upstalsboom natürlich sehr wichtig!

      Beste Grüße
      Sebastian vom UP-Redaktionsteam

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