Upstalsboom besucht Karls Erdbeerhof

Erdbeeren voraus!

Zu Besuch auf Karls Erlebnisdorf nahe Rostock

Ein Freizeit- und Erlebnispark rund um das Thema Erdbeeren – das klingt fast zu gut, um wahr zu sein. Ist es aber! Auf dem Weg zu unserer Hotelresidenz & SPA in Kühlungsborn haben wir eine kleine Abzweigung genommen und in Rövershagen bei Kühlungsborn Halt gemacht, um Karls Erlebnishof für Euch genauer unter die Lupe zu nehmen.

Um eins vorweg zu nehmen: Wer glaubt, als Erwachsener hätte man dort über kurz oder lang genug vor lauter Erdbeeren, der darf sich getäuscht sehen. Keiner von uns ist nach dem Besuch zumindest kurzzeitig runter von der Erdbeere. Wie kann das sein?

Beerige Eindrücke von Karls

Der erste bleibende Eindruck war für mich dieser über allem liegende leichte Duft von Erdbeeren. Lässt sich ja bei all den Früchten auch kaum vermeiden, war aber alles andere als aufdringlich. Übrigens genauso wenig wie alles andere auch. Angesichts der Größe des Areals und des ganzen Drumherums mit eigenem Erlebnispark inkl. Achterbahn, Streichelzoo von Gänsen bis Reit-Ponys, Restaurant und einer von innen noch größer als von außen wirkenden Scheune im Bauernmarkt-Ambiente denkt man vielleicht auch an eine Art Disneyland. Ist es aber nicht. Es ist nicht so kitschig … es ist „echter“, mehr zum Anfassen und Probieren. Kinder finden hier jedenfalls so viel zum Entdecken und Spielen, dass man sie auch dort lassen und getrost nach den Ferien wieder abholen könnte.

Weit mehr als nur Erdbeeren auf dem Erdbeerhof

Es ist auch nicht alles krampfhaft nur auf ein Thema, Erdbeeren, fokussiert. Das macht es für alle Generationen spannender. Oder wer würde ein großes Aquarium mit Tauchgängen, Wasserspielplatz und Karpfenfütterung zum Mitmachen auf einem Erdbeerhof erwarten? Und natürlich kann man auch andere Speisen oder Getränke bekommen, etwa im Burger-Restaurant.

Beeindruckend waren auch der „Glaskasten“, hinter dem die Marmelade in großen Badewannen angerührt wird oder eine von vielen verschiedenen und regelmäßigen Shows, in denen gezeigt wird, wie man Bonbons herstellt. Aber uns hat die übergroße Scheune am meisten beeindruckt. Und auch hier springt sofort wieder Vielfalt auch über die Erdbeere hinaus ins Auge. Da ist zum Beispiel eine der weltweit größten Sammlungen von mehr als 40.000 Kaffeekannen, die den oberen Teil der Scheunenwände dekorieren.

Eine der größten Kaffeekannen-Sammlungen der Welt (Foto: Upstalsboom)

Mein ganz persönliches Highlight war aber die Bonbon-Manufaktur. Dort kann man die traditionelle Handwerkskunst mehrmals am Tag live beobachten: Wie der Zucker vor sich hin blubbert und eingefärbt wird. Wie die bunte Zuckermasse vom Bonbon-Meister immer wieder über einen Haken lang gezogen wird. Und wie dann die großen Rollen zu kleinen Bonbon-Standen gezogen werden. Das ist fast hypnotisch! Problematisch ist nur, dass man sich am Ende zwischen den ganzen leckeren Sorten wie Sanddorn, Kirsche, Apfel, Zitrone oder (natürlich) Erdbeer-Sahne entscheiden muss. Und die Gläser komischerweise immer so schnell leer sind … ;-)

Vorsicht Erdbeerrausch!

Der Eintritt für das Gelände ist frei. Ja, einige Fahrgeschäfte kosten auch Geld. Aber so kann jeder vor Ort selber entscheiden. Und probieren kann man dort nach Herzenslust bis man … vielleicht mal eine Pause braucht. Und später noch eine.

Wer dort für sich nach einem Andenken oder etwas Schmackhaftem zum Mitnehmen für sich oder Daheimgebliebe sucht, hat die Qual der Wahl: Mehr als 15.000 Produkte um das Thema Erdbeere kann man dort kaufen: Erdbeersaft, -Sekt, -Wein, Marmelade, Bonbons, Geschirr ebenso wie Erdbeersenf, Erdbeer-Turnbeutel, Erdbeer-Magnete, Erdbeer-Seife, Erdbeer-Taschenmesser, Erdbeer-Stifte, Erdbeer-Gummistiefel, Erdbeer-Bademäntel und vieles mehr. Aber auch Kaffee (Arabica) aus der eigenen Rösterei vor Ort – natürlich fair gehandelt in Kooperation der Kooperative Chacaya in Guatemala – frisch gebackenes Brot, Gewürzgurken und überhaupt zahllose selbstgemachte Gewürzmischungen.

Wir sind dem Erdbeerrausch bei Karl verfallen und haben uns die Taschen vollgepackt. Es war ein toller Tag, wir können Karls Erdbeerdorf für einen Tagesausflug von Kühlungsborn oder Graal-Müritz aus mehr als empfehlen! Das wird Groß und Klein so schnell nicht langweilig. Wer in unserem Upstalsboom Hotel Ostseestrand Usedom oder in den Upstalsboom Hotel & Apartments Strandidyll in Trassenheide Urlaub macht, der kann auch Karls Erlebnisdorf in Koserow besuchen.

Mit Großvater Karl fing es an

Chef Robert Dahl ist übrigens der Enkel von Karl Dahl, nach dem das Unternehmen benannt wurde. Ursprünglich hatte die Familie auch „einfach“ nur ein Erdbeer-Bauernhof und belieferte einen großen Marmeladenhersteller. Bis zur Wende. Da wurde alles billiger, wenn man es nicht in Deutschland einkaufte. Und innerhalb kurzer Zeit musste eine neue Geschäftsidee her. Überbrücken konnte man darauf sehr gut mit dem Direktverkauf frischer Erdbeeren. Und in der Familie Dahl kam nach einem Besuch des Wimbledon Tennisturniers die Idee auf, dass die kleinen Büdchen bei diesem Turnier auch etwas für sie selbst wäre. Angefertigt wurden Karls Erdbeerbuden am Ende von einem Bootsbauer.

Was daraus innerhalb der letzten Jahre für ein Unternehmen gewachsen ist, sucht schon Parallelen. Nicht nur gibt es die Verkaufsstände (ca. 400) immer noch im ganzen Nordosten Deutschlands verteilt. Seit 1993 wurden neben Rövershagen auch noch vier weitere Erlebnisdörfer gebaut: In Warnsdorf (bei Lübeck), Elstal (bei Berlin), in Koserow auf Usedom und in Zirkow auf Rügen. Außerdem hat man noch Standorte am Pier 7 in Rostock-Warnemünde und auf dem Rittergut bei Magdeburg.
Die Marke „Karls“ ist sogar auch schon in China geschützt. 2018 eröffnete das erste lizensierte Karls Erlebnis-Dorf in Hangzhou, China.

Karls Geheimrezept: Augenzwinkern

Nach eigenem Bekunden (Deutschlandfunk Kultur, 2018) fassen folgende Begriffe für Robert Dahl alles zusammen, was die Marke „Karls“ ausmacht: Liebevoll, familiär, großzügig, augenzwinkernd, kreativ, authentisch. Das Augenzwinkern, das haben wir immer wieder bemerkt. Menschen, die es verstehen, sich selber nicht immer zu ernst zu nehmen. Mal ehrlich, wer hat denn bei dem ganzen Betrieb nebenbei z. B. noch Zeit, einer der größten Kaffeekannen-Sammlungen der Welt zusammenzustellen? Wer kommt auf die Idee neben dem Eingang zu den Toiletten ein sprechendes Plumpsklo aufzubauen?

Eine Einschränkung muss ich aber doch anführen: Nichts geht über die selbstgemachte Erdbeermarmelade meiner Mutter! Auch wenn Karls Marmelade schon wirklich nah dran kommt … Und diesen unglaublichen Duft bei Karls werde ich so schnell sicher nicht vergessen.

Karls Erlebnisdorf Rövershagen bei Kühlungsborn (Foto: Upstalsboom)

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