Faszination Wattenmeer: Das Weltnaturerbe

Reist Ihr in nächster Zeit an die Nordsee, und wolltet schon immer mal wissen wie Ebbe und Flut oder Salzwiesen entstehen? Dann lasst Euch von unseren Recherchen beeindrucken. Natururlaub kann so schön sein! Denn hier sind Erholung und Gesundheit zuhause. Also: tief ein- und ausatmen.

UNESCO Weltnaturerbe Wattenmeer

Im Jahre 2009 wurde das Wattenmeer durch seine einzigartigen Naturwerte zum UNESCO-Weltnaturerbe ernannt. Rund 10.000 verschiedene Pflanzen- und Tierarten leben hier an Land und im Wasser. Eine geführte Wattwanderung bei Ebbe ist ein einmaliges Erlebnis, denn eine derartige Vielzahl an Arten findet Ihr nirgendwo sonst auf der Welt. Tatsächlich steht das Wattenmeer somit auf einer Stufe mit den Galapagos-Inseln, dem Grand Canyon und der Serengeti. Das Schauspiel und Phänomen der Gezeiten sorgt für eine fortwährende Veränderung der traumhaft schönen Landschaft und fasziniert Besucher und Einheimische gleichermaßen …

Ebbe und Flut

Flut bezeichnet den Zeitraum, in dem das Wasser steigt. Erreicht es seinen höchsten Stand, ist das Hochwas­ser erreicht. In den folgenden sechs Stunden fällt der Wasserstand (Ebbe), bis er den niedrigsten Stand, das Niedrigwasser, erreicht hat. Der Tidehub, also der Höhenunterschied zwischen Niedrigwasser und Hochwasser beträgt in der Nordsee je nach Ort zwei bis fünf Meter.

Mond und Fliehkraft sind Schuld

Für die Gezeiten sind zwei gegensätzliche Kräfte verantwortlich: Zum einen die Fliehkraft der Erde. Diese sorgt dafür, dass das Wasser der Ozeane auf die sonnenabgewandte Seite gedrückt wird. Auf der anderen Seite wirken die Anziehungskräfte des Mondes: Sie holen das Wasser sozusagen an die alte Position zurück. Durch die Umlaufbahn des Mondes und die Drehung der Erde um die eigene Achse sind die Gezeiten jeden Tag unter­schiedlich. Der Rhythmus der Gezeiten ändert sich täglich um ca. 5 Minuten.

UNESCO

Das Welterbe-Komitee der UNESCO verwaltet das Welterbe der Menschheit welches eine besondere Auszeichnung mit Bewahrungspflicht darstellt. Es setzt sich aus dem Weltkultur- und Weltnaturerbe zusammen. Die UNESCO verleiht den Titel ‚Welterbe‘ an Stätten, die aufgrund ihrer Einzigartigkeit, Authentizität und Integrität weltbedeutend sind und von den Staaten, in denen sie liegen, vorgeschlagen werden.

Salzwiesen

Salzwiesen entstehen, wenn sich vor dem Deich so viel Sediment abgelagert hat, dass die Flächen „aus den Gezeiten herauswachsen“ und nur noch unregelmäßig überflutet werden. Sie bilden zwischen Watt und Deich den Übergang vom Meer zum Land und erweisen sich zu stürmischen Zeiten als schützende Wellenbrecher.

Biologische Vielfalt

Der Nationalpark Niedersächsisches Wattenmeer ist ein Refugium für zahlreiche Tier- und Pflanzenarten, da­runter auch viele gefährdete Arten. Mehr als 10.000 verschiedene Tier- und Pflanzenarten wurden bisher im Niedersächsischen Wattenmeer, einschließlich der Inseln, gefunden.

Dünen

Dünen bilden sich vor allem an der Ost- und Nordseite der Inseln. Die Brandung spült den Sand an, der später trocknet und vom Wind zu kleinen Haufen zusammengeweht wird, der dann zur Düne heranwächst. Später wachen darin tiefwurzelnde und -sprossende Pflanzen, die den Sand zusammenhalten und dessen Blätter neuen Sand „auffangen“. 

Was macht das Wattenmeer so besonders?

Unter dem Einfluss der Gezeiten hat sich das Wattenmeer über Jahrtausende zu einer einzigartigen Landschaft entwickelt. Aus diesem Grund wurde es im Juni 2009 zum UNESCO-Weltnaturerbe ernannt und kann nun im gleichen Atemzug mit weltberühmten Naturwundern wie dem Great Barrier Reef in Australien genannt werden.

Eine junge Landschaft

Verglichen mit anderen Landschaften ist das Wattenmeer noch sehr jung. Es ist erst nach der letzten Eiszeit vor rund 7.000 Jahren entstanden. Auch heute noch wandelt es sich ständig: Sandplatten und Dünen entwickeln sich im raschen Tempo und werden ebenso schnell wieder abgebaut. Diese Dynamik ist einzigartig. Ein gutes Beispiel dafür ist Kachelotplate, eine ehemalige Sandbank bei Juist, die über Jahrzehnte immer größer wurde, bis sie auch bei Hochwasser nicht mehr überspült wurde. Inzwischen ist sie gut 170 Hektar groß, ragt an einigen Stellen 2,5 m aus dem Wasser heraus und zeigt Anzeichen der Inselbildung.

Wunderbare Artenvielfalt

Das Wattenmeer zeigt auf seine eigene Art und Weise, wie sich Pflanzen und Tiere immer wieder an die täglich wechselnden Bedingungen auf dem Watt anpassen. Es bietet Lebensraum für eine außergewöhnliche Vielfalt von Pflanzen und Tieren – zum Brüten, Säugen, Aufwachsen, Mausern und Rasten. Man findet hier nicht nur viele dauerhafte Bewohner, sondern auch zahlreiche Besucher. So nutzen jedes Jahr rund zehn bis zwölf Millionen Zugvögel das Wattenmeer als Brut- und Raststätte.

Die Spielregeln im Wattenmeer

  • Beachtet bitte Schilder und Hinweise, die ein besonders geschütztes Gebiet bezeichnen. Sie sollen Euch vermitteln:
  • Nehmt alles wieder aus dem Nationalpark mit, was Ihr hineingetragen habt.
  • Nimm nichts aus dem Nationalpark mit, was von Natur aus dorthin gehört.
  • Euer Hund darf Euch im Nationalpark begleiten – aber immer angeleint.
  • Lenkdrachen gehören nicht hierher.
  • Bleibt bitte auf den zugelassenen, markierten Wegen – in der Ruhezone gilt dies ganzjährig, in den ausgewiesenen Zwischenzonen hingegen nur während der Brutzeit vom 1.4.- bis 31.7. eines Jahres.

Wattenmeer erleben!

Vom Wattenmeer zu lesen, reicht natürlich nicht. Ihr müsst es erleben! Das kann man an vielen Orten entlang der Nordseeküste. Aber am schönsten ist es noch immer auf den ostfriesischen Inseln! Macht doch eine Auszeit mit Naturerlebnissen im Upstalsboom Seehotel Borkum oder in einer der schönen Ferienwohnung für die ganze Familie auf der Insel. Von dort aus könnt ihr die Schönheit des Wattenmeers hautnah erleben und gibt es viele Möglichkeiten eine Wattwanderung zu machen – aber natürlich immer nur mit einem erfahrenen Wattführer.

Viel Spaß!

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