Frühlingserwachen an der Küste

Passend zum Frühlingsstart erhaltet Ihr ein paar Infos, wie sich Ostfriese und Co. vorbereitet, um optimal für die warme Jahreszeit gerüstet zu sein: 

Am 20. März war es endlich soweit – Der Frühling ist da!

Die Natur putzt sich heraus und der ein oder andere hat vielleicht schon, wie ich,  die ersten Sonnenstrahlen im Freien genossen. Passend zum Frühlingsanfang, für viele auch das Startsignal der Urlaubersaison, beginnt das rege Treiben an der Küste. Der Strand bekommt eine Generalüberholung, Strandkörbe werden auf Vordermann gebracht, Cafés und Geschäfte erwachen aus dem Winterschlaf.

Der Strandkorb – Komfort am Meer

Mache ich einen Tagesausflug auf die Insel, dann ist mein persönliches Highlight das erste Mal bei frühlingshaften Temperaturen in den für die Nordsee- und Ostseetypischen Strandkörben oder Strandzelten zu sitzen. Zurzeit sind die Strandkorbvermieter fleißig dabei, die vielen Strandkörbe aus ihren Lagern zu  holen, auf Anhänger zu verladen und an den Badestränden zu verteilen. Was viele nicht wissen, die allseits bekannten Strandkörbe haben ihren Ursprung ausschließlich an der Ostsee. An der Nordsee überwogen früher die sogenannten „Strandzelte“, hochgebaute Gerüste, mit einer Bank als Sitzgelegenheit, windgeschützt durch die typisch gestreifte Zeltplane. Wo genau der Unterschied zwischen Strandkorb und -zelt liegt, seht Ihr hier: 

Elfriede von Maltzahn, Wilhelm Bartelmann und die Geschichte des Strandkorbs

Aber wie genau entstand eigentlich diese etwas klobig wirkende, aber äußerst gemütliche Sitzmöglichkeit im legendären Streifendesign? Dafür gehen wir zurück ins 19. Jahrhundert – genau genommen ins Jahr 1882. Eines Tages betrat die ehrenwerte Dame Elfriede von Maltzahn betrat die Werkstatt des Korbmachers Wilhelm Bartelmann in Rostock und bat um  eine „Sitzgelegenheit für den Strand als Schutz vor allzu viel Sonne und Wind“.  Elfriede litt unter Rheuma, wollte sich aber trotz allem den Strandgang mit heilender Meeresbrise nicht nehmen lassen. Bartelmann fertigte den Prototypen des heutigen Strandkorbs an, der von der damaligen Gesellschaft auch liebevoll als „aufrechtstehender Wäschekorb“ bezeichnet wurde. Als Elfriede es sich am Strand von Warnemünde in ihrem neuen  „Strandstuhl“ gemütlich machte und damit großes Aufsehen erregte, war eine neue Geschäftsidee geboren. Da Wilhelm Bartelmann jedoch vergaß, ein Patent auf seine Erfindung anzumelden, gab es den Strandkorb bald in unzähligen Varianten und Formen. Heute ist er von einem Badestrand, egal, ob Nord- oder Ostsee, gar nicht mehr wegzudenken.

Habt Ihr gewusst, …
… dass am Ostseestrand von Zinnowitz sogar die alljährliche Strandkorb-Sprint-WM stattfindet? Neuer Weltmeister wird seit nunmehr 10 Jahren derjenige, der die Konkurrenz beim Sprint über 20 Meter hinter sich lässt. Das vorgeschriebene Kampfgewicht eines Strandkorbes beträgt dabei 60 kg.

Die Milchbuden – Wandernde Restaurants auf Borkum

Neben der gemütlichen Sitzgelegenheit im Strandkorb muss natürlich auch noch für das leibliche Wohl gesorgt werden. Wer auf der Nordseeinsel Borkum Urlaub macht, der wird um eine der vielen Milchbuden nicht herum kommen. Das Besondere: Jetzt zur Frühlingszeit werden sie auf-, und im späten Herbst wieder abgebaut. Dabei rotieren die Restaurants und rutschen jedes Jahr einen Standort weiter. Ostfriesische Gerechtigkeit also, denn jeder Milchbuden-Besitzer erhält damit die Möglichkeit, auch mal am beliebtesten Strand zu verkaufen. Je nach Lust und Laune könnt Ihr vor Ort oder gemütlich am Strand essen. Spezialitäten wie Milchreis, Dickmilch, Erbsensuppe oder ein typisches Krabbenbrötchen stehen auf der Speisekarte.

Rettungsmaßnahme für die Inseln

Auch eine nicht ganz so erfreuliche Aufgabe steht jedes Jahr zu Beginn des Frühlings an. Es wird frischer Sand an die Strände der Nordsee, insbesondere auf der Insel Sylt und Norderney, aufgespült. Eine mittlerweile notwendige Maßnahme, um die Strandlandschaft, so wie wir sie kennen und lieben, erhalten  und schützen zu können. Langsam aber doch spürbar steigt der Meeresspiegel an – eine Folge des Klimawandels. Ohne Anpassung an den Wasserstand würde das Wattenmeer in Zukunft immer öfter überflutet, Halligen und kleine Inseln könnten sogar komplett überspült werden. Eine beängstigende Vorstellung, wie ich finde, die allein durch die alljährliche Aufspülung von Sand und die Angleichung der Küstenlinie verhindert werden kann. Wir retten also wortwörtlich unsere Inseln vor dem „Ertrinken“.

Das Verfahren der Strandaufspülung

Der ein oder andere Strandliebhaber unter Euch hat das Strandspektakel vielleicht schon beobachtet: Bei der Aufspülung zieht ein großes Saugbaggerschiff Sand vom bis zu 12 km entfernten Meeresgrund. Anschließend fährt es bis zu 2km vor den Strand und wird an eine Rohrleitung angeschlossen, die Strand mit Schiff verbindet. So kann das Wasser-Sand-Gemisch optimal an den Strand gepumpt, und mithilfe von Bulldozern verteilt werden.

Zur Veranschaulichung hier noch ein kleines Video, das die Sandvorspülung auf der Insel Sylt zeigt. Sylt ist besonders von der Erosion betroffen und deshalb auch besonders auf den Küstenschutz angewiesen:

RobbenWatching

Auch die tierische Welt profitiert von der Landrettungsaktion Strandvorspülung. Denn auch bei den rund 1.200 Seehunden und Robben an der Küste schleichen sich die Frühlingsgefühle ein. Jetzt ist die beste Zeit, um bei einer Tour zu den Seehundbänken den Nachwuchs aus nächster Nähe zu bestaunen. Wer Lust hat kann auf Borkum auch eine Wanderung direkt auf den Seehundbänken unternehmen. Dabei  erfahrt Ihr nicht nur Interessantes zu Robbe und Co., sondern auch Wissenswertes über das UNESCO Weltnaturerbe Wattenmeer. Zum Thema RobbenWatching gibt es bald mehr auf unserem Blog :)

Wer selbst gerne einmal das Frühlingsspektakel an der Küste miterleben möchte, der sollte unbedingt einen Ausflug, zum Beispiel zur Insel Borkum, planen! Vielleicht habt Ihr aber auch schon selbst interessante Frühlingsroutinen oder Außergewöhnliches zum Thema Frühling an der See erlebt?

Ich freue mich wie immer über Euer Kommentar :)

Eure Ilka

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Kommentare (1)

  • Michaela

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    Hallo und vielen Dank für die tollen Impressionen. Strandkörbe sind etwas feines. Füße hoch, den Blick aufs Wasser und die Welt ist in Ordnung. Mein Lieblingsstrandkorb musste nur neulich in die Planenreparatur. Aber jetzt ist er wieder schick.

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