Herzensangelegenheiten e. V. – ein Verein entsteht

Im letzten Jahr haben wir unsere humanitären Initiativen unter „UP Herzensangelegenheiten e. V.“ zusammengelegt. Anja Weiler, Gründungsmitglied und erste Vorsitzende erzählt uns mehr darüber …

Seit Jahren engagiert sich Upstalsboom in Ruanda und in allen Hotels kann man dafür spenden. „Die Tour des Lebens“ für Auszubildende genießt ebenfalls viel Aufmerksamkeit. Warum jetzt ein neuer Name, ein neuer Überbau?

Unsere Initiative „Der Norden tut Gutes“ für regionale Aktionen ist unsere ursprüngliche Herzensangelegenheit. Unser Engagement in Ruanda kam dann 2013 dazu. Die „Tour des Lebens“ ist vielen seit 2016 vor allem im Zuge der hauseigenen Azubi-Aktionen bekannt und findet alle zwei Jahre statt.

Bei der Gründungsversammlung im Mai letzten Jahres ging es uns darum, unsere Aktionen und Initiativen zu bündeln, dem Ganzen einen Rahmen zu geben. Daraus ist dann der Verein UP Herzensangelegenheiten e. V. entstanden.

Wir als Verein können uns nun auch breiter aufstellen und dieses auch unter dem Namen des Vereins nach außen kommunizieren. Es ist nach wie vor toll, wie viele Spenden wir für Ruanda erhalten. Aber so können wir auch im Rahmen von regionalen Projekten etwas Gutes tun

Upstalsboom Herzensangelegenheiten, Fly & Help in Ruanda

Abgesehen von all dem steht die anerkannte Gemeinnützigkeit ja auch für zusätzliche Seriosität. Wir selbst wissen ja, wie wir drauf sind aber viele Menschen kennen uns eben auch noch nicht.

Das Ziel von UP Herzensangelegenheiten e. V. ist, unsere Aktionen sowohl nach außen aber eben auch nach innen besser und transparenter zu kommunizieren. Deswegen spiegeln wir die neue zentrale Struktur über den Verein auch nach innen. Über unser hauseigenes Kommunikationssystem können sich so auch Upstalsboomer viel besser untereinander finden und austauschen.

Wie ist denn der Stand der Dinge beim Aufbau des Vereins? Das geht ja auch nicht von heute auf morgen.

Ganz frisch, genau zwei Tage bevor wir jetzt sprechen, haben wir unter anderem einen Kriterienkatalog zusammengestellt, damit für alle Upstalsboomer, die sagen „Mensch, ich habe eine Idee“ oder „ich kenne eine Organisation, die ich mit unterstützen möchte“, sehen können, nach welchen Maßstäben wir die Mittel vergeben. Dazu gehört u. a.: Es muss zumindest eine Verbindung zu einem Upstalsboomer geben, auch wenn der dann eine externe Initiative unterstützen will. Sonst kann es passieren, dass Gelder rausgehen und irgendwo ungewollt in einem Topf versinken und vergessen werden. Wir wollen Dinge, die uns am Herzen liegen und nachhaltig sind, unterstützen. Ebenso erarbeiten wir gerade einen Förderantrag, damit wir sämtliche Projekte nachhaltig dokumentieren können.

Eine eigene Webpräsenz für Herzensangelegenheiten e.V. bauen wir auch erst noch auf – einiges ist aber schon zu sehen, denn wir haben einige Aktionen ja vorher auch im Netz begleitet. Vorerst findet das bei uns allerdings auf www.der-upstalsboom-weg.de/herzensangelegenheiten/ statt.

Wie wird denn die Arbeit für den Verein zeitlich geregelt?

Jeder Angestellte von Upstalsboom bekommt schon lange grundsätzlich zwei Arbeitstage pro Jahr für soziales Engagement geschenkt. Die kann jeder ausfüllen wie er möchte, entweder für bereits existierende Projekte oder bei der Tafel oder aber auch für neue, für ganz eigene, persönliche Initiativen.

Nun kann man mit zwei Tagen pro Jahr keinen Verein gründen und führen oder Aktionen im Voraus planen bzw. organisieren. Deswegen findet die ganze Hintergrundarbeit des Vereins, administrative Tätigkeiten, Behördengänge etc. größtenteils im Rahmen der Arbeitszeit statt. Natürlich müssen dafür intern Ressourcen freigestellt werden, aber wir haben auch Vertrauensarbeitszeit.

Auf der anderen Seite geben viele von uns dafür zusätzlich auch etwas von ihrer Freizeit her. Dabei ist uns allerdings ganz wichtig: Das Wohlbefinden des Arbeitnehmers geht immer vor! Wer beispielsweise eine Familie mit Kindern hat oder sich anderswo engagiert, hat nicht so ein Übermaß an Freizeit. Deswegen wird aber niemand zu etwas gedrängt oder schief angesehen.

Dann werfen wir bei der Gelegenheit einen aktuellen Blick auf die drei zusammengefassten, großen Bereiche.

Ruanda war nach unserer Initiative „Der Norden tut Gutes“ mit vielen kleinen Projekten das erste große Projekt von Upstalsboom bzw. es ist ein fortlaufendes Engagement. 2013 haben wir begonnen, Ziele zu definieren und interne Strukturen dafür aufzubauen. Einer der Gründe, warum wir ausgerechnet dort aktiv werden wollten, liegt in dem Zusammentreffen von Bodo Janssen und Reiner Meutsch von der Reiner Meutsch Stiftung FLY & HELP. Die Stiftung hat sehr viel Erfahrung in der Umsetzung von Schulprojekten und setzt jedes Jahr Dutzende in sog. Entwicklungsländern auf der ganzen Welt um. 2015 bekamen sechs Upstalsboomer die Chance, das erste Mal mitzureisen, sich mit Land und Kultur vertraut zu machen und den Menschen auf Augenhöhe zu begegnen.

Friesenherz grenzenlos

2016 konnten wir bereits die erste Schule in Ruanda einweihen. Unser Ziel ist, jedes Jahr eine Schule um neue Gebäude zu erweitern oder baufällige Gebäude durch neue zu ersetzen. 2019 Jahr konnten wir bereits unsere fünfte Schule einweihen.

Wie sieht es denn in Ruanda mit Schulbildung aus, gibt es z. B. so etwas wie eine Schulpflicht?

In Ruanda besteht eine Art Schulpflicht. Jedes Kind hat dort das Recht, eine Schule zu besuchen. Die ersten sechs Jahre sind gebührenfrei, allerdings müssen Kleidung und Schulmaterialien privat getragen werden. Auch kleinere Beiträge für Unkosten der Schule sind zu entrichten. Diese Kosten sind für viele Familien leider sehr hoch bis zu hoch. Dennoch hat Ruanda mit 90 Prozent eine vergleichsweise hohe Einschulungsquote.

„Der Norden tut Gutes“ umfasst Upstalsbooms vielfältiges, regionales Engagement. Das ist weniger spektakulär als z. B. Ruanda, ist aber trotzdem fest verwurzelt. Was steckt dahinter?

Soziale Engagements entstehen auch dadurch, dass wir uns bei Upstalsboom alltäglich mit sozialen Themen beschäftigen. Das regt an, fördert den Austausch und genießt ganz generell die volle Unterstützung durch den Arbeitgeber.

Und so wie wir hier in Emden macht jedes Hotel regional etwas anderes, aber eben jetzt unter einem einheitlichen Label. Das unterliegt dann auch nicht unbedingt der Hotelleitung. Manche Initiativen kommen direkt aus den Kreisen der Mitarbeiter und werden natürlich dennoch von der Geschäftsführung unterstützt, wenn – wie oben erwähnt – zumindest eine Verbindung zu einem Upstalsboomer geben ist. Auch wenn der dann eine externe Initiative unterstützen möchte.

Hier in Emden hat es sich bereits fest etabliert, dass sich viele Mitarbeiter in den Sommerferien in Listen eintragen lassen, um etwa bei der Emder Tafel zu helfen. Manche nutzen dafür auch ihre zwei geschenkten Tage.

Ein anderes Emder Projekt für unsere Herzensangelegenheiten ist unsere Beteiligung am jährlichen Obdachlosen-Fußballturnier, das von der Stadt Emden organisiert wird und in dem auch unser Upstalsboom Parkhotel Emden sehr stark involviert ist.

Das findet übrigens immer im Oktober statt – in diesem Jahr am 17. Oktober. Seit letztem Jahr spielen wir auch selber mit. Denn für uns ist es wichtig, sich einfach unter die Menschen zu mischen, teilzuhaben und die anderen in den Mittelpunkt dieses Tages zu stellen.
Nach zwei erfolgreichen Flohmärkten und dem dritten in Planung, wo wir Spenden aller Art von Kollegen, Verwandten und Freunden verkauft haben, mag ich sagen, dass dies ein drittes etabliertes Projekt in Emden ist.

Weitere Projekte sind in Arbeit. Darüber werden wir natürlich auch berichten.
Damit möchten wir auch unsere Kollegen in den Häusern animieren, ihre Herzensangelegenheiten vor Ort weiter zu verfolgen und ebenfalls davon zu erzählen.

Du hast es eingangs angedeutet, „Die Tour des Lebens“ beinhaltet die Azubi-Touren aber auch andere Aktionen?

Die „Tour des Lebens“ begann damit, dass Bodo Janssen es jedes Jahr anderen Mitarbeitern ermöglicht, nach Ruanda zu reisen, um dort an der Einweihung einer neuen Schule teilzunehmen. Allerdings besteht die Woche dort aus mehreren Stationen.

Im Mittelpunkt steht die aktuell einzuweihende Schule. Dann besuchen wir aber immer auch die Schule, die im Jahr davor eröffnet wurde und bringen Geschenke mit, feiern miteinander. Der dritte Besuch ist der Startpunkt für ein neues Schul-Projekt, für das bis dato eine Projektbeschreibung steht und das im darauf folgenden Jahr fertiggestellt werden soll. Dazu kommt dann der Kontakt zu Dr. Uta Düll, Leiterin einer Gesundheitsstation im Süden Ruandas, die wir ebenfalls über Reiner Meutsch kennengelernt haben. Gerade auch der bleibende und nachhaltige Kontakt zu bestehenden Stationen sind uns wichtig. Denn mit aufbauen, einweihen und dann verschwinden ist niemandem geholfen. Und wir wollen keinen hausinternen Ruanda-Tourismus entwickeln.

Tour des Lebens – Die PolarRockstars

Die Aktion „Tour des Lebens“ für unsere Azubis besteht im Kern aus einer ca. zehntägigen Reise mit einer Gruppe Auszubildender. Sie ist ebenfalls von Bodo Janssen initiiert. Es geht dabei um Teambuilding und die Möglichkeit, unter herausfordernden Bedingungen eigene Grenzen zu entdecken und in der Gruppe über sich hinauszuwachsen. Bisher war eine Gruppe 2016 am Kilimandscharo und eine 2018 in Norwegen am Polarkreis. Diese Touren werden von Profis vorbereitet und begleitet. Jeder Azubi bei Upstalsboom kann sich dafür bewerben.

Der Sinn dieser Reise ist, das Selbstvertrauen der Jugendlichen stärken und ihnen auch zeigen, dass wir an sie glauben. Wir glauben, dass in jedem jungen Menschen sehr viel Potenzial steckt, was unter anderen Umständen vielleicht nie wachgerufen würde.

Vielen Dank, Anja!

Wer sich mehr über unsere Werte und wie wir sie leben informieren möchte, kann sich auf dem Upstalsboom Weg informieren.

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