Kleine Geschichten – Vom Raucher zum Läufer

Wir Upstalsboomer teilen immer wieder gerne unsere Erlebnisse aus den Hotels und Ferienwohnungen zum Schmunzeln, zum Nachdenken und zum Freuen.

Hier schildert Dennis Schweikard seinen gesunden Lebenswandel.

„Kleine Geschichte“

Von Dennis Schweikard (Hoteldirektor), Upstalsboom Parkhotel – Emden

Gute Vorsätze fürs neue Jahr sind überhaupt nicht mein Ding. Die Erfahrung im Freundeskreis hat gezeigt, dass diese spätestens nach vier bis sechs Wochen verblassen und man doch in die alten Muster zurückfällt. Da ich, wie wir alle, einmal im Jahr einen Rentenbescheid bekomme, beschloss ich, eine Rentenversicherung abzuschließen. Ich wählte einen Betrag, der mir angemessen erschien, und schickte die Formulare weg. Kurz darauf rief mich der Ansprechpartner von der Versicherung an und meinte, der von mir gewünschte Betrag würde leider nicht ausreichen. „Oh Mann“, dachte ich. „Jetzt soll ich auch noch den Betrag aufstocken.“ Als leidenschaftlicher Raucher sah ich noch Einsparungspotenzial in meinem Tabakkonsum.

Die letzte Zigarette

Vor zehn Jahren war es dann soweit: In der Silvesternacht kaufte ich mir die letzte Packung Zigaretten und beschloss, dass dies die letzten sein würden. Vier Tage später rauchte ich die allerletzte Zigarette und genoss sie in vollen Zügen. Die ersten drei bis vier Tage danach waren ungewohnt, aber ich entwickelte wieder einen anderen Geschmacks- und Geruchssinn. Die Mahlzeiten schmeckten intensiver, der Kuchen war lecker und die Süßigkeiten, dachte ich mir, darf ich mir nun im vollen Umfang gönnen. Als Folge wurde auch mein Körperumfang immer voller. So war das nicht gedacht!

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Start des Laufkurses

Als ich dann einen Anruf von unserer Personalabteilung erhielt, dass ein Laufkurs in Emden starten sollte und noch freiwillige Upstalsboomer gesucht würden, dachte ich: So schwer kann das ja nicht sein. Die sportliche Aktion hieß von „Null auf 5 km“. Ich beschloss, diese Sportart für mich zu entdecken. Auf der Bahn ging es dann zweimal die Woche los, die ersten Male wurden immer 300 Meter gelaufen, dann eine Minute Gehpause … irgendwann schaffte ich eine ganze Runde am Stück! Bis zu dem Zeitpunkt hatte ich tatsächlich geglaubt, dass eine Runde 1 km sei. Meine Mitläufer klärten mich aber auf: Eine Runde waren 400 Meter. Das bedeutete, ist musste 12,5-mal um die Bahn laufen, um auf 5 km zu kommen. Ich dachte, das würde ich nie schaffen. Aber ich ging jede Woche treu zum Training und lief stur meine Runden. Ja, mit der Zeit fing es sogar an, Spaß zu machen. Das Tolle am Laufen: Ich habe eine Sportart für mich entdeckt, die leicht umsetzbar ist, da ich für mich alleine zu jeder Tageszeit laufen kann. Und wenn ich es mal nicht zum Lauftreff schaffte, muss das Team nicht auf mich warten. Bei anderen Sportarten muss jeder einzelne Sportler anwesend sein, beim Laufen läuft jeder für sich. Außerdem entwickelten sich tolle Lauffreundschaften über alle Altersgruppen hinweg.

Mein erstes Lauf-Event war der traditionelle Matjeslauf in Emden beim Matjesfest. Damals stand ich mit ca. 1.000 Läufern am Start (heute sind es weit über 2.000 Teilnehmer) und lief meinen ersten kleinen 5-km-Wettkampf. Glücklich und stolz trugen mich meine Beine ins Ziel.

Hoteldirektor Dennis Schweikard beim Halbmarathon in Bremen

Die letzte Zigarette ist zehn Jahre her. Aber ich hab eine neue Sucht: das Laufen. Nach dem ersten Lauf folgten einige 10-km-Läufe in der Region. Der jährliche Halbmarathon (21,9 km) im Herbst in Bremen, oder einmal in Köln, darf für mich nicht mehr fehlen. Im Jahr 2015 lief in dann in Hamburg meinen ersten Marathon (41,9 km). Mein Ziel war es, unter 4:30 h zu schaffen. Hochmotiviert lief ich mit einer Zeit von 4:26 h im Ziel ein. Das war nicht mein letzter Marathon und im Jahr 2016 folgte mein zweiter in Hannover mit 4:25 h – im Herbst 2017 ist der Marathon in Frankfurt geplant. Die Hotelzimmer sind bereits reserviert. Insgeheim habe ich den Traum, einmal einen Marathon in New York zu laufen. Hierfür muss ich noch ein bisschen Überredungsarbeit bei meinen Lauffreunden leisten. Da kann man mal sehen, was sich aus einem Laufkurs namens „Null auf 5 km“ alles entwickeln kann!

#kleineGeschichten

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Kommentare (1)

  • we-love-webdesign

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    Hey,

    klasse Geschichte. Ich selber habe auch seit 3 Jahren aufgehört zu rauchen! Es war eine absolute Katastrophe wie ich mit dem Kopf bei nichts anderem außer der nächsten Kippe war… Gegenüber meinen Kunden war es auch nicht nett immer total zugequalmt in die Meetings zu kommen.

    Dann habe ich schlussendlich den Entschluss gefasst aufzuhören. Doch es ist nicht so einfach. Bei dir klingt das alles ganz entspannt! Ich habe tatsächlich mehrere Hypnosetherapien in Anspruch nehmen müssen um endlich vom Glimmstengel wegzuommen! Aber zu guter letzt habe ich es geschafft! Meine Gesundheit und mein Geldbeutel danken es mir :)

    lG mein rauchfreier Freund ;)

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