Wie im Krimi …

Wir Upstalsboomer teilen immer wieder gerne unsere Erlebnisse aus den Hotels und Ferienwohnungen zum Schmunzeln, zum Nachdenken und zum Freuen.

Simone Schaft berichtet hier von einer Familie, die leider in eine Falle getappt ist.

„Kleine Geschichte“

von Simone Schaft – Gästebetreuerin Ferienwohnungen Kühlungsborn

In den vielen Jahren bei Upstalsboom hatte ich unzählige schöne Erlebnisse mit zufriedenen Gästen, die mich schon wie eine gute Freundin begrüßen. Aber auch traurige Erlebnisse gehören zu meinen Erinnerungen. Das nachfolgende Ereignis hat mich sehr betroffen gemacht. Es war im August 2014. Der Sommer zeigte sich von seiner schönsten Seite und ich erwartete an einem Samstagnachmittag erholungssuchende Gäste im Haus Atlantik.

Am späten Nachmittag betrat eine junge Familie mit zwei kleinen Kindern das Servicebüro und stellte sich mit einem Namen vor, den ich auf meiner Anreiseliste nicht finden konnte. Zuerst hatte ich ein unangenehmes Gefühl in der Bauchgegend. Haben wir vielleicht einen Gast nicht auf der Anreiseliste? Ein Systemfehler? Nein, es entpuppte sich als viel schlimmer!

Schlüsselübergabe auf dem Parkplatz

Die Frau hatte eine Wohnung im Internet gebucht. Sie erhielt den Wohnungsschlüssel auf einem Parkplatz und zahlte dort bar. Den Gästen kam die ganze Buchungsabwicklung befremdlich vor. Auf Nachfrage, warum die Schlüsselübergabe an einem so ungewöhnlichen Ort stattfindet, wurde erklärt, dass der Vermieter unerwartet ins Krankenhaus musste und die Abwicklung nun so vorgenommen werden musste.

Trotz Bedenken übergaben die Gäste den Mietbetrag und erhielten einen vermeintlichen Wohnungsschlüssel mit Wegbeschreibung nach Kühlungsborn. Die Freude überwog gegenüber dem Misstrauen, kurzfristig doch noch eine Ferienwohnung für ihre Familie gefunden zu haben. Doch die Freude sollte nicht lange anhalten. Es stellte sich  heraus, dass die Gäste Betrügern zum Opfer gefallen waren und es die gebuchte Wohnung nicht gibt. Die Enttäuschung stand der Familie ins Gesicht geschrieben.

Eine sofortige Heimfahrt war den erschöpften Kindern und den enttäuschten Eltern nicht zuzumuten. Zum Glück hatten wir noch eine Wohnung für eine Nacht frei, die ich den Gästen umgehend anbieten konnte. Dieses Angebot nahmen die Gäste dankend an. Am Folgetag fuhren sie dann erst zur Polizei und anschließend den langen Weg zurück nach Hause.

Glücklicherweise waren dies die einzigen Upstalsboom-Gäste, die betrogen worden waren. Nicht nur in Kühlungsborn, sondern in ganz Mecklenburg-Vorpommern hatten die Betrüger an diesem Wochenende in großem Maßstab zugeschlagen. Wie in einem schlechten Krimi …

#kleineGeschichten

Tags: , , ,

Kommentieren