„Es gibt Schlimmeres als Popstarbilder“

Otto Waalkes im Interview

Die OTTO-Ausstellung in der Kunsthalle Emden (noch bis 22.09.) feiern wir mit Otto Waalkes im Interview und einem Gewinnspiel!

Die laufende Ausstellung „OTTO Coming Home (he kummt na Huus)“ (noch bis 22. September 2019) ehrt mit Otto Waalkes nicht nur einen der berühmtesten Söhne der Stadt Emden und einen der größten komödiantischen Künstler Deutschlands. Auch wir von Upstalsboom haben unseren Hauptsitz und unser Upstalsboom Parkhotel in Emden und fühlen uns nicht nur Otto, sondern auch der Art und Weise, wie unsere Heimatstadt ihn auszeichnet, verbunden.

Besonders gefällt uns daran, dass nicht nur der Ostfriese und Komiker, sondern auch der ernsthafte Künstler Otto in den Vordergrund gerückt wird. Zwischen ihm und der parallel gezeigten Ausstellung über die Expressionisten Marc, Macke und Nolde (noch bis 15.09.) gibt es Zusammenhänge, etwa seine Persiflagen auf berühmte Kunstwerke.

Wir freuen uns, dass sich Otto auch für seine „Nachbarn“ in Emden etwas Zeit genommen hat.

„Es gibt schon genug Meinungen auf der Welt“

Otto, sind Sie ein typischer Emder oder Ostfriese?

„Wäre ich gern – dann käme ich mit weniger Programm aus für meine Shows. Aber ich fürchte, ich rede einfach zu viel und zu schnell, um typisch zu sein.“ 

Was sprach für die Kunsthalle Emden als Ausstellungsort?

„Als Emder muss ich das wohl nicht beantworten:  Wer es in die Kunsthalle schafft, der schafft es überall! Das hat angeblich Frank Sinatra mal gesagt… oder gedacht.“

Die Ausstellung in Emden steht für einen noch recht jungen Trend in Europa, bei dem Popstars Einzug in die erste Liga renommierter Kunsthallen und Museen halten. Und es sind vielleicht eher die Älteren unter uns, die noch wissen, dass Otto vor allem mit seinen Bühnenprogrammen im TV nicht nur ein Komiker, sondern auch ein Popstar war! Einige seiner Live-Alben waren wochenlang die Nr. 1 in den Deutschen Charts (damals: Hitparaden). Und es ist kein Geheimnis, dass Otto auch unter Profis als ausgezeichneter Gitarrist gilt. 1995 spielte er mit seiner Band vor 120.000 Zuschauern unter anderem bei Rock im Park und Rock am Ring.

Nachfolgende Vergleiche sind vielleicht diskussionswürdig aber zumindest im nationalen Rahmen nicht von der Hand zu weisen.

David Bowie, Pink Floyd, Udo Lindenberg, Otto Waalkes – Popstars in bedeutenden Museen. Fühlt sich das wie ein künstlerischer Nachruf an?

„In meinem Fall kann von Nachruf nicht Rede sein, ich male weiter. Und da ich mich oft in Museen herumtreibe, würde ich sagen: Es gibt da Schlimmeres als Popstarbilder.“

Sie brachten Comedy in die Popkultur und dennoch haben es nach Ihnen nicht viele Komiker in die Charts geschafft. Waren die Rahmenbedingungen in den 70ern für Sie besonders günstig?

„Der Zeitgeist war auf meiner Seite: Die Lockerungsübungen der 68er-Bewegung schafften viele Freiräume. Aus einer der Nischen kam ich und machte Standup-Comedy, bevor ich überhaupt wusste, was das genau ist.“

Im Jahr 2019 mag so eine Äußerung über Standup-Comedy etwas seltsam klingen. Aber wenn man sich die Situation der deutschen Nachkriegskomik vergegenwärtigt, muss man feststellen: So etwas gab es hier nicht, auch nicht im Fernsehen. In seiner aktuellen Biografie schreibt Otto aus der Zeit in den 60ern heraus: „Komiker waren in Deutschland seltener als Nobelpreisträger. (…) In meiner Jugend gab’s eigentlich nur einen: Heinz Erhardt.“

Das im Hinterkopf überraschte uns Otto allerdings auf die Frage nach einem Schlüsselerlebnis, aus dem heraus der Wunsch zum Künstler kam.

„Mein Vater war Malermeister. Ich wusste also früh, wie man einen Pinsel hält, und als ich die ersten Comics sah, Donald Duck, Eisenherz, Tarzan, wusste ich auch, was ich gern malen wollte – die klassischen Vorbilder kamen später.“

„Erfolge haben Licht- und Schattenseiten.“

Stichwort „ich machte Standup-Comedy, bevor ich überhaupt wusste, was das genau ist.“

Sie haben nicht nur Formate für sich entwickelt, sondern später auch Maßstäbe in anderen Genres wie dem Kinofilm gesetzt. Haben Ihre ersten Erfolge eine solche Entwicklung gefördert?

„Erfolge haben Licht- und Schattenseiten. Bei einigen fördern sie Angst vor dem Misserfolg, bei anderen stärken sie das Vertrauen in die eigenen Talente. Ich gehöre wohl zu den anderen.“

Otto gehört zu den Künstlern, die auf Social Media sind, sich in der Öffentlichkeit aber politisch eher zurückhalten. Auf Ottos Facebook-Account sieht man dennoch hin und wieder etwas, natürlich mit seinem ganz eigenen Charme.

Quelle: Otto Waalkes / Facebook

Gerade Komiker sind aber sehr häufig auch ernste Menschen mit einem sensiblen Gespür für Stimmungen und Zeitgeist. Deswegen wollten wir bei Otto mal nachfragen.

Man weiß manchmal nicht so recht, ist die Welt immer schlechter geworden oder wird sie gerade in diesen Zeiten besonders schlecht dargestellt. Fühlen Sie sich manchmal verpflichtet, etwa zu Hass und Rassismus Stellung zu beziehen?

„Sie haben recht, die Darstellung in den Medien formt ein Weltbild, das düster wirkt. Allerdings nur auf den ersten Blick, weil man bedenken muss, dass jede große Katastrophe für alle Medien interessanter ist, als die kleinen Augenblicke der Hoffnung. Ich glaube nicht, dass ein Komiker sich zu ernsten Fragen äußern muss – es gibt doch ohnehin schon genug Meinungen auf der Welt, da behalte ich meine lieber für mich.“

Ein anderer großer Komiker, Roberto Benigni, hat in diesem Sinne mit dem Film „Das Leben ist schön“ Humor an vorher kaum vorstellbare thematische Grenzen geführt. Wie politisch sollte oder darf Humor sein?

„Benigni ist das Risiko eingegangen, vor einem schrecklichen Hintergrund eine private Geschichte zu erzählen, die gut ausgeht. Es ging ihm wohl weniger um Politik als um Trost. Tagespolitisch ambitionierte Komik findet im Kabarett statt – das ist nicht mein Fach.“

Wird man nach mehr als 50 Jahren im Showgeschäft eher angespannter oder gelassener?

„Genau genommen ändert sich so gut wie nichts: Das Lampenfieber vor jedem Auftritt bleibt, genau wie die Freude darüber, wenn er gelungen ist.“

Ein Teil Ihrer Karriere hat bereits stattgefunden, ein Teil steht im Museum – was kommt jetzt?

„Eigentlich wäre mal wieder ein Spielfilm dran – „Catweazle“ soll er heißen, die Geschichte einer Freundschaft zwischen einem Jungen von heute und einem älteren Magier aus dem 11.Jahrhundert. Ich glaube, ich werde den Magier spielen.“

Vielen Dank, Otto Waalkes!

Wer sich schon vor dem Besuch einen Eindruck über Ottos Bilder machen möchte, sollte mal bei Ottokunst.de reinschauen.

Auch seine Biografie „Kleinhirn an alle“ können wir sehr empfehlen. Nein, es ist kein Enthüllungsbuch aber man hat das Gefühl, man lernt Otto persönlich besser kennen. So wie er schreibt, glaubt man die ganze Zeit über, ihn auch als Erzähler zu hören.

Gewinnspiel mit zwei super Preisen

Zusammen mit der Kunsthalle Emden möchten wir Euch für einen Besuch der Ausstellung „OTTO Coming Home (he kummt na Huus)“ begeistern.

Gemeinsam verlosen wir 2 tolle Pakete!
Jedes Paket besteht aus:

+ einem Übernachtungsgutschein über 2 Nächte im Doppelzimmer inkl. Frühstück für 2 Personen im Upstalsboom Parkhotel Emden sowie
+ 2 Eintrittskarten für die OTTO Ausstellung in der Emder Kunsthalle inklusive des dazugehörigen Ausstellungskatalogs

Gewinnspielteilnahme

Zum Gewinnspiel auf der Facebook-Seite des Upstalsboom Parkhotel

Das Gewinnspiel endet am 31.08.2019 um 23:59 Uhr.
Zu den Teilnahmebedingungen

Alle Bildrechte der verwendeten Motive liegen bei Otto Waalkes und Fotograf Daniel Reinhold.

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Kommentare (6)

  • Sabine Ramacher

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    Ostfriesland ist einfach toll,Emden und Umgebung immer wieder schön.Wir haben viele Jahre Urlaub bei Euch gemacht,unser Sohn liebte Otto,Leuchttürme,das Meer,Schiffe,Schafe,Piraten.Auf den Spuren von Störtebecker und Otto haben wir interessante Orte und Dinge erkundet.
    Der Leuchtturm aus Ottos Film war immer ein festes Ziel unserer Touren,er hat 4rote Streifen!!
    Bleibt auch ewig in unserer Erinnerung,weil unser Sohn fort einmal einfach durch den Elektrozaun kletterte,durch die Schafe zum Leuchtturm lief…ein grosser Schreck,aber alles gut gegangen.Ein Gewinn wäre schön,dann könnten wir nochmal hin,schon 25jahre ist das nun her.

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    • Upstalsboom

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      Was für eine schöne Erinnerung :-)

      Um am Gewinnspiel teilzunehmen, musst Du bitte auf der Facebookseite des Upstalsboom Parkhotels teilnehmen :-)

      Viel Glück und Danke fürs Lesen! :-)

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  • Brigitte Horn

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    Kann leider keinen Link finden, der mich am Gewinnspiel teilnehmen lässt. Schade! Für einen Tagesausflug ist Emden für uns zu weit entfernt. Wir hätten gerne in ihrem schönen Hotel übernachtet und gerne die Otto- Ausstellung in der Kunsthalle besucht. Herzliche Grüsse
    Brigitte Horn, Escheburg

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    • Upstalsboom

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      Hallo Brigitte,
      ganz unten im Artikel findest du prominent einen Link zur Facebookseite des Upstalsboom Parkhotels :-)
      Der erste Beitrag auf der Seite beinhaltet das Gewinnspiel. Kleiner Tipp … es hat was mit OTTOs Leuchtturm zu tun ;-)

      Liebe Grüße aus der Redaktion!

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  • Robert Mehlmann

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    Schade, würde gerne Teilnehmen. Friesland ist wirklich schön und ich kenne auch alle Platten von Otto. War schon in jungen Jahren Fan.
    Nur leider habe ich kein Facebook und werde es mir auch nicht anschaffen.
    Aber Reizen würde mich der Aufenthalt schon
    Gr8

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    • Upstalsboom

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      Hallo Robert,
      das ist natürlich schade, aber es kommen immer wieder mal Gewinnspiele von uns, die wir dann auch außerhalb von Facebook stattfinden lassen. :-)

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