Polar Rockstars – Bärenwache in der Mitternachtssonne

Die Reise zum Polarkreis – ein Erlebnis, das definitiv im Gedächtnis bleibt. Die Upstalsboomerin Anna hatte die einmalige Chance mit Bodo Janssen und Upstalsboom Azubis am Projekt „Polar Rockstars“ teilzunehmen und berichtet von ihrem Abenteuer:

Es war der 13.07.2018. Ich saß nichtsahnend am Schreibtisch, also Bodo mit seiner Frage „Anna, hast du Lust mit zum Polarkreis zu reisen?“ meine Planung für die nächsten Wochen völlig über den Haufen warf …

Leider war eine Auszubildende kurzfristig ausgefallen und gab mir damit die einzigartige Gelegenheit für Sie einzuspringen. Bis zu diesem Moment habe ich mich kaum mit dem Thema „Polar Rockstars“, geschweige denn mit einer Reise zum Polarkreis beschäftigt und sagte dennoch spontan „ja“!

… und 16 Tage später saß ich schon mit unseren Auszubildenden am Flughafen Hamburg!

Aufbruch zum Polarkreis

Der erste Blick auf den GletscherDie Aufregung war riesig bei allen von uns. Wir waren gespannt, was auf uns zukommt – so richtig wusste das nämlich keiner. Mitten in der Nacht sind wir dann bei hellstem Sonnenschein in Longyearbyen gelandet – was mir bis dahin nicht bewusst war: es wird im Sommer dort oben in Spitzbergen gar nicht dunkel.

Nach zwei Tagen voller Vorbereitungen, wie dem Einkauf von „ordentlicher“ langer Unterwäsche, Steigeisen (das ist übrigens das Lieblingswort unseres Norwegischen Guides Sebastian), Sonnenbrillen und und und hieß es nun endlich: Abfahrt zum Abenteuer unseres Lebens! Nach vier Stunden Bootsfahrt hielten wir an, ein schwarzes Beiboot wurde heruntergelassen und das Abenteuer begann. In diesem Moment merkte ich zum ersten Mal: Es geht gerade wirklich los, es wird Ernst!

Die ersten Schritte auf dem Gletscher

Das Beiboot brachte uns an den Gletscherfuß. Uns, unsere Pulkas (die Schlitten, die uns die kommenden 11 Tage begleiten sollten), Zelte, Verpflegung für die gesamte Reise und all unsere Klamotten.

Nachdem wir alles auf den Gletscher getragen und die Pulkas gepackt hatten, schnallten wir unsere Gurte das erste Mal an und dann hieß es auch schon: „Los geht’s!“

Die PolarRockstars laufen in Richtung Sonne

Da mir einige vorbereitende Trainingseinheiten fehlten, folgten für mich die wahnsinnigsten 40 Minuten, die ich ja hatte. Das einzige, was mir im Kopf rumgeisterte war: „Warum machen die anderen einen so entspannten Eindruck?“ und „Komm ich hier irgendwie wieder weg?“. Aber auch ich merkte nach einiger Zeit, dass ich mich an das Gewicht des Schlittens gewöhne und auch das Gehen auf dem Eis lernen kann.

Bärenwache und Whiteout

Somit verbachten wir die kommenden 7 Tage damit – mal mit Ski, mal auf Steigeisen – bergauf zu gehen, abends unsere Zelte aufzubauen, Schnee zu Wasser zu kochen, „Bärenwache zu schieben“ und nach der Nacht die Zelte wieder abzubauen und weiterzugehen.

Bärenwache – was ist das?

In Schichten von ca. 1 Stunde haben wir abwechselnd Wache gehalten, ob ein Eisbär auf unser Camp zukommt. Was wir gemacht hätten, wenn er gekommen wäre? Wir hätten unseren Guides Bescheid gesagt… Wir danken Gott, dass es so weit nicht gekommen ist.

Besinnung im Whiteout

Klimatisch haben wir so ziemlich alles erlebt: Eisiger Wind mit orkanartigen Böen, wunderschöner Sonnenschein mit strahlend blauem Himmel (auch in der Nacht), Schnee, Regen, … und vor allem Whiteout. In einem solchen Wetterphänomen zu laufen ist eines der faszinierendsten Dinge, die ich je erlebt habe:

Wir konnten ca. 5 Meter weit gucken, wussten nicht, ob wir geradeaus oder kurven gehen und konnten uns auf nichts konzentrieren außer auf das, was wir hörten (was neben dem Geräusch von schlurfenden Ski und ab und an mal einem Lied unseres musikalischen Azubis Malte nicht besonders viel war) und auf unsere eigenen Gedanken, die in meinem Kopf immer lauter wurden.

Ich habe meine Schritte gezählt, Sekunden gezählt, über mein gesamtes Leben nachgedacht. War dankbar, war traurig, war glücklich, habe geweint und sogar einmal laut zu lachen angefangen, ohne genauen Grund.

Auf dem Gipfel des Newtontoppen

Und dann kam der 06.08.2018 – der Höhepunkt der Reise: wir haben den Gipfel des Newtontoppen (die höchste Erhebung Spitzbergens) erreicht. Ein Gefühl, was unbeschreiblicher nicht sein kann. Stolz, Freude, Überwältigung treffen es am ehesten. Bilder sagen hier mehr als 1000 Worte:

PolarRockstars auf dem Gipfel des Newtontoppen

Und dann ging es zurück.

Eine unerwartete Herausforderung

Unsere Guides formulierten es sehr treffend, sie sagten: „Zwar habt ihr euer Ziel hier erreicht, doch eines müsst ihr euch klarmachen: Das war erst die Hälfte der Reise und der Rückweg wird keineswegs weniger anstrengend.“

Mein Gedanke dazu war: „Oh doch, es geht ja schließlich größtenteils bergab!“, aber leider behielten die Guides Recht, denn für alle, die das Gleiche dachten wie ich: Bergab auf Tourenski, ohne präparierte Piste und mit einem noch immer fast 40kg schweren Schlitten hinten dran ist tatsächlich anstrengender, als bergauf ;-)

Wir meisterten aber auch diese Challenge und erreichten 5 Tage später die Stelle, an der wir nun insgesamt 11 Tage zuvor gestartet waren. Unser Schiff, die POLARGIRL, sammelte uns wieder ein und wir schifften zurück in die Zivilisation.

Das Fazit der Reise

Anna und der Guide

Ohne jegliche ernste Verletzungen, mit einer Menge neuer Erfahrungen im Gepäck und vor allem mit einer riesigen Dankbarkeit, dass wir diese Möglichkeit bekommen haben.

Ein besonderer Dank geht an dieser Stelle an alle die Menschen, die uns diese Reise ermöglicht haben: unsere Kollegen, die an uns geglaubt haben und die uns auch auf der Arbeit, in den Hotels den Rücken frei gehalten haben. DANKESCHÖN an alle Upstalsboomer Rockstars!

Für mich persönlich ist das Gelernte mittlerweile ganz deutlich:

Verliere das Ziel niemals aus den Augen.

Lerne so viel du kannst von jungen Menschen und lass sie an deinen Erfahrungen teilhaben.

Schätze was du hast.

Und vor allem: Pass auf deine Umwelt auf, damit eine so unfassbar schöne Natur, wie die Polar-Gletscher noch ewig bestehen werden.

Eine Reise, die ich nie wieder vergessen werde

Eure Anna

Dich interessiert, wie die Polar Rockstars sich auf das Abenteuer ihres Lebens vorbereitet haben? Dann lest doch auch noch Teil I und Teil II unserer Serie „Auf dem Weg zum Polarkreis“!

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Kommentare (4)

  • Wolfgang Schmidt

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    Eine tolle Geschichte, da kommt Sehnsucht auf. Ich finde es Super, das Upstalsboom seinen Azubis solche Möglichkeiten bietet. Da möchte ich auch noch einmal „Lehrling“ sein.
    Wir geben diese Geschichte in unserem Freundeskreis weiter und freuen uns auf einen nächsten Besuch in einem ihrer Häuser.👍👍👍

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    • Maike

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      Vielen Dank! Dieses Erlebnis war einmalig, das wird sicher keiner der Azubis so schnell vergessen!
      Wir freuen uns auf Ihren nächsten Besuch! :-)

      Liebe Grüße vom Upstalsboom-Team!

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  • Gerd Segebrecht

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    Ihr seid allesamt die Größten. Schade das ich kein Azubi mehr sein kein.
    LG Gerd und Brigitte Segebrecht
    seid Jahren Upstalsboom Fans

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    • Maike

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      Vielen lieben Dank! So ein Glück hat leider nicht jeder Azubi … Das war eine einzigartige Reise, die uns sicher noch viele Jahre im Herzen begleiten wird :-)

      Liebe Grüße vom Upstalsboom-Team!

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