Rettungsaktion der Seenotretter für todkranken Hund Monty

Liebe Freunde,

heute möchte ich Euch von der dramatischen, aber – das sei zur Beruhigung schon einmal vorweg gesagt – geglückten und erfolgreichen (!) Rettungsaktion unseres vierbeinigen Gastes Monty berichten. Monty ist ein Hovawart Rüde und hat mit seiner Menschenfamilie im letzten Sommer auf der Insel Wangerooge und bei uns im Upstalsboom Aparthotel Anna Düne Urlaub gemacht. Besser gesagt, er wollte seinen Urlaub dort verbringen – leider kam bereits in der ersten Nacht alles anders als gedacht…

Montys Geschichte

Hier lest Ihr die ganze Geschichte über Monty, aufgeschrieben von Stefan, Montys Herrchen – über die verzweifelten Stunden bis zur erlösenden Rettung und Heimkehr:

Eigentlich wollte ich mit meiner Frau, Tochter und unserem Hund Monty ab dem 01.08.2015 einen erholsamen Urlaub auf der ostfriesischen Insel Wangerooge verbringen.

Aber bereits in der ersten Nacht geschah schreckliches.

 Gegen 00.30 Uhr stellte ich eine Magendrehung bei unserem Hund fest.

Bei der Magendrehung, dreht sich der Magen des Hundes um die eigene Achse – betroffen sind insbesondere große Hunde. Dabei werden Blutgefäße, Magen, Darm und Speiseröhre abgeschnürt – der Kreislauf kollabiert. Wird nicht schnellstens operiert, stirbt der Hund.

In der Regel hat man für eine solche Operation ein Zeitfenster von ungefähr drei Stunden (Mehr Informationen zur gefürchteten Magendrehung)

 Aber lesen Sie selbst, was Monty erlebt hat: 

02.08.2015

 00.30 Uhr   

Erste Anzeichen einer lebensgefährlichen Magendrehung; ich musste mich ständig übergeben, aber es kam nichts. Mir war total schlecht und ich musste so hecheln. Herrchen merkte zum Glück, dass es was sehr Schlimmes ist.

 Herrchen telefonierte nun sehr viel und ich merkte, wie er von Mal zu Mal panischer wurde.

 

00.45 Uhr      

Kontakt zur Feuerwehr-Leitstelle mit der Bitte um Infos eines Tierarztes mit Notdienst.

 

00.50 Uhr                                

Kontakt zur Tierklinik Oldenburg und weiteren Tierärzten aus dem Landkreis Friesland. Diese bestätigten Herrchens Verdacht auf eine vermutliche Magendrehung und erklärten ihm, dass ich nur eine Chance hätte, wenn ich innerhalb von drei Stunden operiert würde. Ich habe nicht verstanden, was Herrchen da so am Telefon sagte und hörte, aber ich merkte, dass es schlimm sein musste, da er weinte. So kannte ich Herrchen, Frauchen und Vanessa gar nicht. Sie waren total hektisch, nervös und weinten; ja sie hatten richtig Panik.

 

01.13 Uhr                              

Herrchen setzte sich mit dem Maritime Rescue Co-ordination Centre (MRCC) Bremen, die Seenotleitung der DGzRS, in Verbindung und bat um Hilfe, ob die Seenotretter von Wangerooge alarmiert werden könnten um Monty nach Harlesiel zu bringen. Dort konnte man den Einsatz noch nicht zusagen, nur wenn wirklich  letztendlich ein Tierarzt gefunden würde, der Hilfe zusagt, damit der Einsatz nicht vergebens sei. Man würde sich melden.

  1. 01.20 und 01.27 Uhr telefonierte auch mein Herrchen mit verschiedenen Tierärzten, aber keine konnte eine solch schwierige OP in der Nacht durchführen.

 

01.28 Uhr      

MRCC Bremen der DGzRS meldete sich und bestätigte den Einsatz der Seenotretter Wangerooge. Diese würden sich in Verbindung mit meinem  Herrchen setzen.

 

01.32 Uhr      

Erneuter Anruf MRCC Bremen der DGzRS und erklärte Herrchen, dass man einen Tierarzt oder eine Transportmöglichkeit zum Hafen von Harlesiel  entsenden würde.

 

01.36 Uhr      

Vormann Roger Riehl von den Seenotrettern Wangerooge meldete sich bei Herrchen und erklärte mir, dass er mich und Herrchen in 10 Minuten an der Feuerwehr mit seinem Wagen in Empfang nehmen würde um gemeinsam zum Rettungsboot zu fahren.

 Zu diesem Zeitpunkt konnte ich fast gar nicht mehr laufen. Herrchen versuchte mich zu tragen, was mir aber noch mehr Schmerzen am Bauch machte.

Frauchen fand in der Nähe des Appartements Gott sei Dank eine Handkarre. Diese nahmen die beiden kurzerhand mit und stellten mich da rein. Im Laufschritt ging es dann zur „Straße zum Westen“ zur Feuerwache. Dort kam der Vormann dann mit dem zweiten Seenotretter Sascha Piontkowskyj an und luden mich in den Wagen. Zehn Minuten später war ich auf dem Seenotrettungsboot WILMA SIKORSKI und auf dem Weg ans Festland.

  

02.20 Uhr       

Am Hafen von Harlesiel wartete bereits Jörg Schlüter von der Tierrettung Friesland e.V. und nahm mich und Herrchen in Empfang. Mit Vollgas ging es dann Richtung Oldenburg zur Tierklinik. Davon habe ich schon gar nicht mehr viel mitbekommen. Mir wurde von Minute zu Minute immer komischer.

  

03.15 Uhr      

Nahm mich die nette Ärztin Frau Bettina Fritze der Tierklinik Vick in den Arm; nach einem bestätigten Röntgenbild und der Klärung, ob bei Kosten von 2000 € eine OP durchgeführt werden soll, schlief ich bereits um 03.30 Uhr tief ein und wurde fast in letzter Sekunde operiert.

 Herrchen machte sich dann zu Fuß auf und suchte sich ein Hotel, wo er auf den hoffentlich erlösenden und positiven Anruf der Ärztin wartete.

 

04.43 Uhr      

Wurde ich langsam wieder wach. Die nette Tierärztin war bei mir und streichelte mir den Kopf. Sie erklärte mir, dass ich echt Glück gehabt habe und heute meinen zweiten Geburtstag feiern würde. Zwar erklärte mir die Tierärztin, dass ich echt Glück hatte, aber die Gefahr erst nach  Stunden vorbei sei, da es immer noch, bedingt durch die Magendrehung, zu Herz-Rhythmus-Störungen kommen kann, welche tödlich enden.

  

05.08.2015

Endlich bin ich wieder zuhause

Monty mit Ente

Monty wieder zuhause! Bildquelle: www.montysagtdanke.de

Monty sagt Danke!

Wahrscheinlich geht es Euch jetzt ähnlich wie mir … Als mich der Brief mit Montys Geschichte von seinem Herrchen erreichte, war ich sehr berührt und hatte einen dicken, dicken Kloß im Hals. Gleichzeitig war ich unheimlich erleichtert, dass alles gut ausgegangen ist. Wer möchte, kann auf Montys eigener Website „Monty sagt Danke“ noch einmal alles nachlesen und erhält dort auch noch sehr viele weitere Informationen. Ich persönlich schaue dort des Öfteren mal vorbei …

Unterstützung für die Seenotretter und die Tierrettung Friesland e.V.

Es wärmt mir wirklich das Herz was seine Familie, die Seenotretter, die Tierrettung Friesland e.V. und die Tierklinik Oldenburg alles in Bewegung gesetzt haben, um Monty zu retten! Wenn ich mir jetzt beim Schreiben noch einmal alles durchlese, bin ich schon wieder ganz aufgewühlt. Wie groß muss die Verzweiflung in einer solchen Situation nur sein?! Und wie unendlich groß die Dankbarkeit an alle Beteiligten.

Aus diesem Grunde hat mich Montys Herrchen Stefan auch gebeten noch einmal darauf aufmerksam zu machen – auch wenn das Ganze schon ein Weilchen her ist. Der Stefan und ich haben nämlich immer noch E-Mail-Kontakt. Dieser Bitte komme ich natürlich sehr gerne nach! Vielleicht habt Ihr sogar Lust, die Seenotretter und die Tierrettung Friesland e.V. mit einer kleinen Spende zu unterstützen.

Auch wir von Upstalsboom arbeiten übrigens mit der Deutschen Gesellschaft zu Rettung Schiffbrüchiger (DGzRS) zusammen und unterstützen diese – im wahrsten Sinne des Wortes – Lebensretter. Und wer weiß, vielleicht kommen wir sogar selbst einmal in eine solche Situation oder eines unserer Familienmitglieder. Ob Segler, Kajakfahrer, Wattwanderer, Schlauchbootfahrer, Kitesurfer oder eine Ausflugsfahrt mit dem Angelkutter – die Nord- und Ostsee sind unglaublich schöne Urlaubsregionen, aber man sollte der See immer mit gebührendem Respekt begegnen – insbesondere als Landratte. ;-) In diesem Sinne – bleibt alle gesund und munter! Und für Dich, Monty, einen Riesenknutscher von Hund zu Hund! Ich hoffe, wir laufen uns mal persönlich über den Weg!

 

Liebe Grüße aus Ostfriesland,

Eure Käthe

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Kommentare (2)

  • Susanne Holland

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    Hallo und Glückwunsch! Als wir dieses gelesen haben wurd uns ganz anders! Wir haben einen Boxer welcher auch Monty heißt und halten nach jeder Mahlzeit die Ruhezeit ein,wir nennen es Siesta und Monty nimmt sie immer gut an! Die Gefahr einer Magendrehnung ist immer präsent und wir würden genauso panisch werden! Deshalb haben wir uns frühzeitig um eine Tierklinik (OL) gekümmert die für solch ein Notfall da ist! Wir hoffen das euer Monty alles TOP überstanden hat! Mit freundlichem Gruß von Sanne&Bo&Monty

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    • Käthe

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      Hallo Sanne, Bo und Monty,

      sehr gut! :) Vorsorge ist alles! Trotzdem hoffe ich natürlich, dass Eurem Monty ein solcher Rettungseinsatz erspart bleibt. :)

      Pfote hoch!
      Eure Käthe

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