Sicher Reisen mit Hund

Hallo liebe Freunde,

der Sommerurlaub steht praktisch vor der Tür – noch wenige Monate bis zu den Großen Ferien! Yippieeee! Dann kennt Ihr sicher auch folgendes Szenario: Das Frauchen der Familie rennt aufgeregt durch das Haus und hat eine lange Liste mit all den Dingen und Sachen an die (vor allem) sie denken muss bevor es auf Reisen geht. Ja, so ist das als Mutter. Zumindest habe ich diese Erfahrung gemacht. Herrchen und Kinder haben ganz andere Dinge im Kopf. Wenn überhaupt…. Hahahahaha – verzeiht, war nur ein kleiner Scherz. :)

ABER! Es wird noch besser, wer seinen Vierbeiner nämlich mitnimmt (davon gehe ich ja mal aus) der sollte noch an einiges mehr denken. Es sollen ja alle Familienmitglieder gesund und munter am Urlaubsort ankommen.

Safety first für den Hund auf Reisen – Das Wichtigste zuerst!

Grundsätzlich gilt, dass wir gechipt sein müssen –gesetzlich ist es nämlich geregelt, dass Heimtiere elektronisch mit einer eindeutigen Identifikation durch einen Chip gesichert sein müssen. Das gilt insbesondere im Ausland, aber auch für Urlaub im eigenen Land. Stellt Euch nur einmal vor, wir laufen vor lauter neuen Eindrücken mal weg oder erschrecken uns in der fremden Umgebung. Dann weiß kein Mensch, zu wem wir gehören. Ein absoluter Alptraum für jeden Hundebesitzer – aber auch für uns selbst!

Solltet Ihr ins europäische Ausland fahren, dann braucht Ihr für uns auch einen EU-Heimtierpass (den erstellt Euer Tierarzt). In dem sind alle notwendigen Impfungen eingetragen. Dieser sollte nicht nur bei der Einreise, sondern bestenfalls auch während des Aufenthaltes immer vorzeigbar sein. Die wichtigsten Impfungen sind unter anderem gegen Staupe, Hepatitis, Leptospirose, Parvovirose, Tollwut und Zwingerhusten und sollten vor der Reise gecheckt und bei Bedarf wiederholt werden.

Je nach EU-Land können die Einreisebestimmungen variieren. Je nach dem in welches Land oder in welche Region Ihr fahrt, kann man auch gegen Zeckenexposition und Borreliose impfen. Das besprecht Ihr am besten mit Eurem Tierarzt. Das klingt jetzt alles etwas aufwendig, ist es aber nicht. Ein, vielleicht zwei rechtzeitige Besuche beim Tierarzt, und Ihr und Eure Fellnasen seid auf der sicheren Seite und könnt unbeschwert gen Urlaub brausen. Alles andere kann man unterwegs kaufen – Impfschutz nicht! Ganz zu schweigen davon, dass Ihr vielleicht noch nicht einmal über die Grenze kämet, sollte Ihr kontrolliert werden.

Europas größtes Haustierregister – TASSO

Ich möchte Euch außerdem von Herzen empfehlen Euer Haustier (ganz egal ob Katze oder Hund) bei TASSO registrieren zu lassen. Das ist eine Tierschutzorganisation, die sich der Registrierung und Rückvermittlung entlaufener Haustiere widmet. Wusstet Ihr eigentlich, dass allein in Deutschland jedes Jahr über 300.000 Hunde und Katzen abhandenkommen? Das ist eine wirklich erschreckende Zahl, wie ich finde! TASSO hat allein im Jahr 2015 rund 60.500 Tiere zurück vermittelt. Von Stunden über Tage bis hin zu Monaten und sogar Jahren waren die Tiere vermisst. Stellt Euch mal vor, wie überglücklich alle Beteiligten sind, wenn der erlösende Anruf kommt, dass man Euren Vierbeiner gefunden hat. Aber jetzt genug von den Schreckensszenarien – ich will Euch wirklich keine Angst machen. Aber Vorsicht ist besser als Nachsicht!

Der Hundekoffer – eine kleine Packhilfe!

Puh – jetzt wo ich das so schreibe, wird mir erst bewusst an was man alles denken sollte. Also wie gesagt, da könnt Ihr Eurem Frauchen gleich eine weitere Liste an die Hand geben (hoffentlich habe ich nichts vergessen). Also…

  • EU-Heimtierausweis (bei Bedarf)
  • Medikamente (bei Bedarf)
  • Maulkorb (bei Bedarf – siehe auch Exkurs Maulkorbpflicht)
  • Kopie der Haftpflichtversicherung
  • Futter! Futter! Futter! (ein überaus wichtiger Punkt, nein, der wichtigste, wenn Ihr mich fragt!) Trocken-, Nass- oder Rohfutter – je nachdem was Euer Hund gewohnt ist. Falls Ihr barft, checkt mal lieber die Kühlgelegenheiten vor Ort. Das Frauchen von meinem Windhundkumpel Simon hat sich übrigens extra eine große Kühlbox zugelegt, die man an den Zigarettenanzünder im Auto anschließen kann. Jaja, der feine Herr braucht seine Menüs auch im Urlaub.
  • Leckereien & Knabberspaß, (auch besonders wichtig)
  • Näpfe
  • Hundebesteck (z.B. Löffel, Schere, Dosenöffner etc. – natürlich nicht für uns – das fehlte ja noch… Für Euch zum Öffnen und „Zubereiten“ der Speisen! )
  • Halsbänder und Leinen (Flexileine, Schleppleine, lange Leine, kurze Leine, Führleine – was auch immer Ihr benutzt)
  • Kuscheldecke
  • Hundehandtücher (zum Abtrocknen bei Regen und Matsch, aber insbesondere auch für unsere „sabbernden“ Kollegen wie Deutsche Dogge, Bulldogge, Bordeauxdogge, Bernhardiner – aber das wisst Ihr aus Erfahrung am allerbesten)
  • Lieblingsspielzeug (Bälle, Frisbee, Kuscheltier etc.)
  • Bürste
  • Poopbags (ich bin wahrlich kein Freund von Anglizismen, aber in diesem speziellen Fall mache ich eine Ausnahme – es klingt so viel witziger und niedlicher als H.U.N.D.E.K.O.T.B.E.U.T.E.L)

Käthe-Exkurs: Maulkorbpflicht!

Kein schönes Thema, aber notwendig… Ich weiß, dass es Kumpels von mir gibt, deren Verhalten das leider notwendig macht. Ich will das auch gar nicht schön reden (wenn man sich aber auch immer fragen sollte, wodurch dieses Verhalten überhaupt erst entstanden ist – das ändert natürlich und leider nichts am traurigen Ergebnis). Ich hoffe, Ihr habt nicht einen solchen Kollegen. Für Euch, Eurer Umfeld, aber vor allem für das betroffene Tier… Das kann übrigens auch ein Mops, ein Dackel, ein Golden Retriever oder auch Französische Bulldogge wie ich sein. Es sind nicht immer die sogenannten Kampfhunde wie z.B.  Pitbulls, American Staffordshire Terrier oder Bullterrier dieser Welt (ich kenne wahre Teddybären dieser Rassen, die keiner Fliege etwas zuleide tun). Auch wenn diese zu den sogenannten Rassen der Listenhunde zählen. Für diejenigen von Euch, die es vielleicht nicht wissen: Listenhunde sind Hunde, die in den Augen des Gesetzgebers gefährlich sind (oder sein können). Diese Hunderassen wurden in eine Liste aufgenommen, die sogenannte Rasseliste. Von dieser stammt auch die Bezeichnung Listenhund. Für diese Vierbeiner gelten besondere Bedingungen – sie müssen in vielen Bundesländern und Ländern einen Maulkorb tragen. Übrigens und gut zu wissen: Mit Ausnahme des Bundeslandes Niedersachsen hat jedes Bundesland eine Rasseliste. Die Bedingungen zur Haltung unterscheiden sich regional. Die Rasselisten werden regelmäßig überprüft. Eine Rasse kann von der Liste genommen werden oder auch eine andere hinzukommen. Schaut also genau wohin Ihr fahren wollt. Im Interesse aller Beteiligten.

Die hundegerechte Reise

Simon und Käthe beim Probe sitzen.

Das beste Transportmittel ist und bleibt das Auto. Zumindest für die Mehrzahl aller Hunde. Und so halten es auch viele von Euch, deshalb beschränke ich mich heute auch auf dieses Transportmittel.

Gesetzlich ist es geregelt, dass der Kofferraum, in dem der Hund reist, durch ein Hundegitter oder -netz abgetrennt oder das Tier in einer entsprechenden Transportbox untergebracht sein muss. Das genügend Platz für ihn vorhanden sein muss, brauche ich ja nicht zu erwähnen. Eine Deutsche Dogge gehört natürlich nicht in den Kofferraum eines Kleinwagens (es sei denn Ihr klappt die Rückbank um, aber dann muss der Rest der Familie wohl zuhause bleiben) und ein Chihuahua nicht ungesichert auf die Rückbank. Ein Vollbremsung und schon segelt Euer kleiner Freund durch das Auto. Klingt vielleicht für den ein oder anderen erst mal etwas lustig, ist es aber nicht. Ich habe da schon schlimme Sachen gesehen. Besonders Jack Russel Terrier sehe ich oft begeistert durch das ganze Auto springen oder mit Vorliebe auf der hinteren Abladefläche hocken. Erlaubt das bitte nicht! Auch nicht auf kurzen Stadtfahrten.

Denkt bitte auch an die Länge bzw. die Dauer der Strecke und plant Stauzeiten und regelmäßige Pausen ein. Es gibt sogar Raststätten, die einen eigenen Hundefreilauf haben. Hat mir auch mein Saluki-Kumpel Simon erzählt – auf dem Weg nach Schweden in Schleswig-Holstein. Eine dolle Sache, findet Ihr nicht? Könnt Ihr Euch hier mal anschauen – wer weiß, vielleicht führt Euch Euer Weg ja dort einmal dran vorbei. Eine echte Windhund-Empfehlung also! J

Ihr könnt aber natürlich auch genauso gut die Autobahn verlassen und einen kleinen Spaziergang machen oder notfalls über den Rastplatz flanieren.

Auch die Tages- (oder Nachtzeit) der Fahrt spielt eine wichtige Rolle – gerade im Sommer! Wenn Euer Auto keine Klimaanlange hat, ist das noch wichtiger! Und lasst Euren Hund bitte nicht über einen längeren Zeitraum im Auto sitzen – das kann in der Sonne ganz schnell zum Hitzschlag führen und ganz schnell tödlich enden.

Tja, und dann solltet Ihr noch folgendes auf der Fahrt griffbereit haben (ich sage Euch, da ist Ärger vorprogrammiert, wenn Herrchen in den Tiefen des Gepäcks tauchen muss, um das ein oder andere von Frauchen und oder den Kindern verlangte Utensil zutage zu fördern. Das gibt nur Gezeter!):

  • Wassernapf (Futter würde ich Euch nicht empfehlen, das bekommt vielen von uns einfach nicht beim Fahren)
  • Wasser
  • Halsband
  • Leine
  • Poopbag :)

Meine Güte, jetzt raucht mir aber auch langsam der Schädel. An was man da alles denken muss – das ist ja fürchterlich! Ganz ehrlich, ich hätte keine große Lust mit Frauchen zu tauschen. Jetzt weiß ich auch warum sie immer schon vor der Abreise so angespannt ist. Glücklicherweise springe ich nur gut gelaunt ins Auto – und genauso auch wieder heraus. Mein Frauchen plant nämlich immer alles ganz genau und mir mangelt es an nichts. Und das, liebe Freunde, wünsche ich mir auch für Euch! Und vielleicht gebt Ihr Eurem Herrchen und auch Euren „kleinen Familienmitgliedern“ mal einen gutgemeinten Nasenstüber, dass sie dem Frauchen mal ein klein bisschen Arbeit abnehmen was uns Vierbeiner auf Reisen betrifft. Das Frauchen denkt ja oft für die ganze Familie… Ich muss mich da bedauerlicherweise raus halten, habe ich doch nur Pfoten statt Hände – die einen sagen leider, die anderen Gott sei Dank! Letzteres in diesem Falle ich… :)

In diesem Sinne wünsche ich Euch und Eurer Familie eine gute und sichere Fahrt und einen wundervollen Urlaub!

Eure Käthe

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