Unvergessliche Reise – Anica in Ruanda

Nun schon zum 4. Mal schickte Upstalsboom eine Delegation nach Ruanda, um gesammelte Spenden zu überreichen und eine finanzierte Schule zu eröffnen. Anica durfte in diesem Jahr dabei sein und erzählt von diesem unvergesslichen Erlebnis.


Der Moment der Verkündung

Es ist der 14. Februar 2018, Valentinstag. Bodo verkündet auf unserer internen Kommunikationsplattform „Coyo“ die Teilnehmer der diesjährigen Ruandareise. Meine Augen gehen die Liste entlang. Mein Herz rast. Und da steht er, an 8. Stelle: Mein Name. Ich darf im Mai mit 13 weiteren Upstalsboomern nach Ruanda fliegen, um dort unsere 4. Schule zu eröffnen. Ein tolles Gefühl!

Willkommen in Ruanda

Die Reise liegt nun schon eine Weile hinter mir und ich kann sagen: Es war das beeindruckendste Erlebnis, das ich bisher in meinem Leben erfahren durfte. Ich hatte keine konkreten Vorstellungen vom Land oder den Menschen, die dort leben. Es brauchte auch einige Zeit, um zu realisieren, dass wir uns wirklich in Afrika befanden. Am ersten Tag fuhren wir zur Schule in Nyamiyaga, wo im nächsten Jahr drei neue Klassenräume eröffnet werden. Obwohl das der erste Besuch von Upstalsboom war, wurden wir überaus herzlich begrüßt. Von weitem hörten wir schon den Gesang der ca. 500 Kinder. Das war ein sehr emotionaler Moment. Die Kinder tanzten und sangen für uns und forderten uns auch zum Mittanzen auf!

Die Geschichte des Landes

An den beiden darauffolgenden Tagen hatten wir die Möglichkeit das Land etwas besser kennenzulernen. Zunächst wurden wir im Genozid Museum mit sehr berührenden Geschichten sowie Bildern konfrontiert, bei denen die ein oder andere Träne floss. Mit der sechsstündigen Safari, wo wir einige Tiere in freier Wildbahn beobachten konnten, folgte am darauffolgenden Tag ein Kontrastprogramm zum Vortag.

Rucksäcke für die Schulkinder

Und es ging weiter … An Tag vier fuhren wir nach Dahwe, um dort die École Primaire zu besuchen, die im letzten Jahr eröffnet wurde. Hier warteten ca. 250 Kinder mit Lehrern und Schulleiter auf uns. Da es ein Sonntag war, an dem sonst keine Schule stattfindet und den Ruandesen die Kirche sehr wichtig ist, waren nicht alle Schüler dort. Umso mehr haben wir uns gefreut, dass diese Kinder extra nur für uns gekommen sind.

Nachdem auch dort für uns getanzt und gesungen wurde, durften wir Rucksäcke verteilen, die wir von unseren Spendengeldern aus der Wunschbaumaktion zu Weihnachten in unseren Hotels von Näherinnen in Ruanda nähen lassen konnten – ein toller Moment. Am Nachmittag haben wir das Gesundheitszentrum von Dr. Uta Düll besucht und sind gemeinsam mit ihr zwei Stunden durch ein Dorf gelaufen. Das Schicksal einer Dorfbewohnerin machte mich sehr betroffen. Diese Dame wurde vor einem Jahr von ihrem Mann verstoßen und lebte seitdem in einem Strohhaus. Jedoch machte es mich umso glücklicher zu hören, dass dieser Frau bald ein Haus gebaut wird, das aus Spenden von der Verwandtschaft von Uta Düll finanziert wird.

Schuleröffnung

Am letzten Tag erfolgte mein persönliches Highlight – die Eröffnung der École Primaire in Sanzu. Dort warteten über 1.000 Kinder auf uns. Durch ein Spalier von singenden Kindern und Lehrern durften wir bis zu dem von uns und unseren Gästen und Partnern finanzierten Schulgebäude laufen. Dabei blieb kein Auge trocken. Auch bei dieser Schule wurde für uns getanzt und wir gingen mit den Kindern auf Tuchfühlung, reichten uns die Hände und machten viele Fotos. Mir ist klar, dass ich das Leben hier in Deutschland nicht mit dem in Ruanda vergleichen kann. Es ist eine ganz andere Welt. Mir wurde bewusst, wie gut wir es hier haben und ich denke über gewisse Dinge anders als vorher. Ich bin verliebt in das Land, in die Menschen und deren Herzlichkeit.

Dieses Erlebnis werde ich nie vergessen.

Eure Anica

Du möchtest noch mehr über Ruanda lesen? Nach dem letzten Besuch von Upstalsboom in Ruanda hat auch Kristin von ihren Erlebnissen erzählt: Ruanda im Herzen. Wir haben aber auch noch weitere Artikel über Ruanda und andere Herzensangelegenheiten auf unserem Blog. ;-)

 

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