Über Werte: Was es heißt, ein Upstalsboomer zu sein.

Wir Upstalsboomer teilen immer wieder gerne unsere Erlebnisse aus den Hotels und Ferienwohnungen zum Schmunzeln, zum Nachdenken und zum Freuen.

Der Direktor des Landhotels Friesland bemerkt den eindrucksvollen Wandel im Arbeitsklima.

„Meine Geschichte“

von Marc Stickdorn – Direktor des Landhotel Friesland

Alles begann vor ungefähr fünf Jahren. Im Sommer 2010 habe ich damals mit meiner Frau begonnen, für Upstalsboom zu arbeiten und wir haben die Verantwortung für das Upstalsboom Landhotel Friesland übernommen. Zu diesem Zeitpunkt haben wir zwei Dinge vorgefunden: eine heterogene Mannschaft, die nicht besonders teamorientiert agierte, sowie eine Umsatzplanung, welche aus der damaligen Sicht einfach nicht erreichbar war. Es folgten 24 harte Monate, in denen wir oft der Verzweiflung nahe waren.

Auf Seiten des Teams wartete eine große Herausforderung, nämlich der Umgang untereinander – wie entwickeln wir das „WIR-Gefühl“? Wir hatten drei Arten von Mitarbeitern. Zum Einen die, die das Hotel noch aus Zeiten des Vorbesitzers kannten, zweitens die neuen, „neutralen“ Mitarbeiter und drittens die, die bereits vorher für andere Upstalsboom Häuser tätig waren. Eine Bestätigung, dass das Team lustlos agierte, gab es schwarz auf weiß bei einer durchgeführten Mitarbeiterumfrage. Die Zufriedenheit lag im Sommer 2010 bei mageren 40 Prozent. Rückmeldungen wie „Hier fehlt die Fairness“, „Wir spüren keine Loyalität“ oder „Wir vermissen Vertrauen sowie ein Vorbild“ waren an der Tagesordnung.

In den darauffolgenden Gesprächen mit der Geschäftsführung und der Personalabteilung wurde beschlossen, dass die „Seilschaften“ im Hotel aufgelöst werden müssen, um dann das Team wieder in einen handlungsfähigen Zustand zu führen. Nach einigen grundlegenden strukturellen Änderungen, die als Befreiung und Erleichterung für Mitarbeiter wahrgenommen wurden, verbesserten sich der Umgang und die Kommunikation schlagartig. Das Gefühl, dass die Arbeit und jeder Mensch wieder etwas WERT ist, wurde zum Schlüsselerlebnis innerhalb der Team-Inspiration.

In Sachen der Wirtschaftlichkeit haben wir ebenfalls das Team in den Vordergrund gerückt. In Gesprächen war schnell klar: Nur der Mitarbeiter ist der Schlüssel zum Erfolg. JEDER ist ein Teil des Ganzen und nur gemeinsam sind wir stark. Es war wichtig zum damaligen Zeitpunkt, den ACHTSAMEN Umgang miteinander ganz oben auf die Agenda zu setzen. Es begann mit einfachen aber wirkungsvollen Methoden. Eine Meeting-Kultur wurde eingeführt. Die Kommunikation wurde gefördert sowie die Verantwortlichkeiten definiert. Es wurde eine Form von Socialising aufgebaut, in dem Jubilare, Geburtstage, Sommerfeste oder Jahresauftaktveranstaltungen Beachtung fanden.

Spannend zu beobachten war, dass eine Eigendynamik entstand. Das Handeln wurde nicht mehr von der Hotelführung geprägt, sondern die Abteilungsleiter und auch die Mitarbeiter selbst hatten Freude daran, sich für ihre Kollegen stark zu machen. Zum Beispiel hatten wir für einen kurzen Zeitraum von acht Wochen eine Mitarbeiterin zur Unterstützung von einem anderen Upstalsboom Hotel beschäftigt. Als die Aushilfszeit vorüber war, hatten ihre Kollegen für sie ein gemeinsames Überraschungsfrühstück ausgerichtet. Sie war total gerührt und die Tränen flossen vor Freude, denn so etwas hatte sie noch nicht erlebt. LEBENSFFREUDE (Wert) – „Wir überraschen den Alltag!“

Ein weiterer Beweis dafür, dass die Mitarbeiter heute im Upstalsboom Landhotel Friesland sichtbar „anders“ miteinander umgehen, war, als meine Reservierungsleitung eines Tages auf mich zukam, und mir mein „unachtsames“ Verhalten aufzeigte. Ich hatte nämlich eine Bonuszahlung für das Front Office Team in Aussicht gestellt, ohne darauf zu achten, dass die Mitarbeiter im Bereich Housekeeping ebenso an dieser Leistung zur Erreichung beteiligt waren. Nur hier hatte ich keine Prämie ausgesetzt. Sie selbst und das gesamte Empfangsteam hatten mir also die Idee unterbreitet, dass das Team auf 50 Prozent ihrer Bonus-Zahlungen zugunsten der Zimmermädchen verzichten würde.

O-Ton: „Wir sind EIN Team und ziehen an EINEM Strang!“ Ich war sehr gerührt und es war der Beweis, dass wir unsere Werte leben (in diesem Fall den Wert Vorbild).

Die Auswirkungen aus TEAM-Orientierung und daraus resultierender Wirtschaftlichkeit sind heute schwarz auf weiß messbar. Die Zahl der Krankentage und die Fluktuationsrate sind gesunken, die Weiterempfehlungsquoten sind gestiegen und operativ erreicht das Hotel auch wieder schwarze Zahlen.

Es ist ein tolles Gefühl, Upstalsboomer zu sein!

#kleineGeschichten

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