Weihnachtsessen – von Würstchen bis Gänsebraten

Beim Weihnachtsessen scheiden sich die Geister: Während die Einen ein elegantes Weihnachtsmenü servieren gibt es bei den Anderen möglichst einfache Gerichte. Ich haben bei meinen lieben Upstalsboom-Kollegen einmal nachgefragt und dabei auch einige Rezepte & Tipps bekommen.

Egal ob man bei seinen Kollegen eine kleine Umfrage macht oder bei seinen Freunden. Es gibt immer beide „Parteien“. Die Einen mögen es einfach, die Anderen kredenzen ein Festmal. Und ein paar wenige liegen irgendwo dazwischen.

Einfache Gerichte zu Weihnachten

Die erste Fraktion. Klassischerweise wird in vielen Häusern zu Weihnachten Kartoffelsalat mit Würstchen gegessen, auch bei einigen Upstalsboomern: An Heiligabend soll es bei Brigitte und auch bei Robert etwas Einfaches geben, aber dafür wird am ersten Weihnachtstag üppig aufgetischt.

Kartoffelsalat

Bei Andrea gab es am 24. häufig Würstchen mit Brot. Früher haben die Kinder immer so aufgeregt auf die Bescherung gewartet. „Sie hätten sowieso nicht viel gegessen.“ Da macht man mit einem einfachen Gericht alle glücklich: Die Eltern müssen nicht lange in der Küche stehen und die Kleinen bekommen schneller ihre Geschenke.

Von Allem etwas

Auch Fingerfood ist hoch im Trend, denn da kann jeder aus der Familie etwas dazu beitragen: Pizzabrötchen, Zwiebelkuchen, Blätterteig-Schnecken, Süß-Saure-Spießchen, Gurkenhäppchen, Hähnchen im Sesammantel … Dazu kann man auch Gläser mit Gemüsesuppe fertig machen und schön garnieren, dann noch Knoblauchbrot, Gemüsesticks und ein paar Dips dazu und schon ist der Tisch randvoll.

Alles zusammen ist ein tolles, abwechslungsreiches Menü, bei dem jeder fündig wird. Aber wenn jeder nur für eins dieser Gerichte zuständig ist, hat keiner einen zu großen Aufwand mit den Vorbereitungen. Die perfekte Mischung für Weihnachten.

Wer zwar gerne so eine Abwechslung haben möchte, aber lieber etwas weniger Aufwand, der macht es einfach wie Britta: Es gibt Raclette! Es ist immer wieder schön, wenn alle an der langen Tafel zusammensitzen, die vor Schälchen mit allen möglichen Leckereien nur so strotzt, und sich bunt ihre Pfännchen belegen.

Raclette

Festliches Weihnachtsmenü

Dann gibt es natürlich noch die zweite Fraktion. Hier werden kaum Kosten und Mühen gespart, um ein köstliches Festtagsessen zu kredenzen. Bei einer Kollegin gibt es erst feine Filetsteaks vom Grill und später Abend selbstmachte Feuerzangenbowle und Neujahrskuchen. Damit verbindet sie ein ruhiges, besinnliches Weihnachtsfest, bei dem alle gemeinsam Essen und bei leiser Musik einfach nur den Abend genießen.

Bei Meggi gibt es klassischen Gänsebraten mit Kartoffelklößen und Rotkohl – das Rezept dazu findet ihr unten. Auch bei Robert und Brigitte gibt es Gans, allerdings erst am 25. Dezember. Alle drei verbinden mit diesem Essen schöne Erinnerungen. Vor allem Brigitte erinnert sich beim Kochen an liebe Familienangehörige, weil sie den Gerichten mit Zutaten wie Grapefruit in der Soße einen ganz besonderen Touch gegeben haben.

Was an Weihnachten wirklich zählt

Es ist ganz egal was ihr an Weihnachten esst. Wichtig ist nämlich nicht, was auf dem Tisch steht, sondern wer um diesen Tisch herum sitzt – oder eben schon in Richtung Weihnachtsbaum aufgesprungen ist, weil er die Bescherung nicht abwarten kann ;-)

Wir wünschen euch ein wunderschönes Weihnachtsfest mit euren Lieben.

Und für die unter euch, die noch nach einem Rezept oder Inspiration für das Weihnachtsessen suchen, habe ich hier ein wunderbaren klassisches Rezept und Tipps für Raclette von meinen lieben Kolleginnen:

Meggis Gänsebraten mit Bratensauce

Gänsebraten als Weihnachtsessen

Zutaten für ca. 8 Personen

Braten

  • 1 Gans
  • (5-6 kg, bratfertig)
  • 1 Tl Salz
  • 1 Tl edelsüßes Paprikapulver
  • 2 Äpfel
  • 2 Zwiebeln
  • 2 Stangen Staudensellerie
  • 3 Stiele Thymian
  • 3 Stiele Salbei
  • 4 Zweige Beifuß

    Außerdem:
  • Holzspieß
  • Küchengarn

Soße

  • 1 kg Gänseklein                                       
  • 2 El Öl
  • 500 g Schmorgemüse
  • 2 Tl Tomatenmark
  • 300 ml Rotwein
  • 2 Lorbeerblätter
  • 1 El Pfefferkörner
  • 4 Wacholderbeeren
  • 1 TL Speisestärke

Zubereitung des Gänsebratens

Wichtig: Bevor Du mit der Gans loslegst, müsst Du mit der Zubereitung der Soße beginnen (s. u.), da Du dafür auch den Ofen brauchst. Dann die Gans mit Salz und Paprikapulver einreiben. Eventuell vorhandene Innereien und den Hals können für die Soße verwendet werden.

Äpfel, Zwiebeln und Staudensellerie und die Kräuter grob klein schneiden, vermengen und die Gans damit füllen. Die Öffnung der Bauchhöhle mit Holzspießchen verschließen und mit Küchengarn fixieren. Keulen locker zusammenbinden.

Den Backofen auf 180 Grad (Gasherd Stufe 2-3, Umluft nicht empfehlenswert) vorheizen. Die Gans mit der Brustseite nach unten in eine Saftpfanne legen, 200 ml Wasser angießen, auf der untersten Schiene 45 Minuten garen.

Die Gans wenden und 3 Stunden bei 180 Grad zu Ende garen, dabei immer wieder mit insgesamt 600 ml leicht gesalzenem Wasser begießen. Nach der Hälfte der Garzeit Bratfond und ausgetretenes Fett abgießen und auffangen, damit die Saftpfanne nicht überläuft. Stelle die Ofentemperatur 15 Minuten vor Ende der Garzeit auf 220 Grad (Gasherd Stufe 3-4) und nimm die Gans danach aus dem Ofen.

Der restliche Fond und das Fett können nun zur bereits aufgefangenen Flüssigkeit gegossen und mit Hilfe einer Fettkanne der Fond vom Fett getrennt werden. Das Fett kannst du entsorgen oder für eine andere Gelegenheit aufbewahren. Die Gans solltest du währenddessen im 140 Grad heißen Ofen warmhalten. Koche den Fond mit der vorbereiteten Gänsesoße auf und die Gans mit Hilfe eines Tranchierbestecks zerteilen. Und schon hast du einen servierfertigen Gänsebraten! Die Füllung ist nur für das Aroma, sie kann beiseite gelegt werden.

Dazu passen Kartoffelklöße und Rotkohl hervorragend.

Zubereitung der Soße zur Gans

Vermenge das Gänseklein mit dem Öl in einem großen Bräter oder in einer Saftpfanne und röste alles im vorgeheizten Backofen auf der untersten Schiene bei 220 Grad (Umluft 200 Grad) ca. 1 Stunde braun. Das Schmorgemüse kann grob zerkleinert nach 30 Minuten dazugeben werden.

Fülle Gänseklein, Gemüse und Flüssigkeit aus der Saftpfanne in einen großen Topf um und erhitze ihn stark. Danach kannst du das Tomatenmark einrühren und kurz anrösten. Lösche alles mit Rotwein ab, den du auch zum Essen servieren möchtest und lasse ihn kurz einkochen. Anschließend wird der Topf mit 3 l kaltem Wasser aufgefüllt. Lorbeerblätter, Pfefferkörner und Wacholderbeeren dazugeben und aufkochen lassen.

Die Flüssigkeit bei kleiner Hitze 2:30 Stunden eher sieden als kochen lassen. Dabei wird die Menge auf etwa 1,3 Liter reduziert. Danach kannst du sie durch ein sehr feines Sieb in einen anderen Topf gießen, entfetten und weiter auf ca. 500 ml Soße einkochen lassen. Nach Bedarf mit der in etwas kaltem Wasser angerührten Stärke binden. Die Soße zum Gänsebraten servieren.

Tipp: Den evtl. vorhandenen Hals und Innereien (bis auf die Leber) kannst du zum Gänseklein geben und für die Soße verwenden.

Brittas Tipps für Raclette

Für Raclette muss man vorher nicht aufwändig kochen, aber wer weihnachtlich üppig auftischen möchte, muss an ziemlich viele Zutaten und Beilagen denken. Darum habe ich hier eine Liste für euch. Vielleicht ist ja auch etwas dabei, was ihr so zum Raclette noch gar nicht kennt.

Gemüse: Hier entscheidet ganz allein der persönliche Geschmack, denn theoretisch kann man jedes Gemüse nehmen! Zu empfehlen sind frische Champignons in Scheiben, Brokkoli-Röschen, Zucchini, Paprika, Mais, Zwiebeln, vielleicht auch Silberzwiebeln oder Spargel.

Fleisch: Zum Braten bieten sich Schweinefilet-Scheiben, Hähnchenbrust, eventuell auch Rinderhüfte und Gewürztes Hackfleisch oder Mett an. In den Pfännchen passen Salami- und Schinkenscheiben besser.

Fisch: Scampis können ebenfalls sehr gut auf dem Raclette angebraten werden. Für die Pfännchen mögen viele Tunfisch aus der Dose.

Käse: Aus meiner Sicht das A und O der Raclette-Zutaten. Am besten nimmt man verschiedene Sorten, damit die Pfännchen schön abwechslungsreich schmecken. Beispielsweise passen Klassiker aus der Schweiz – wie Bagnes, Orsières und Goms, mittelalter Gouda, Bergkäse, Tilsiter, Mozzarella, Camembert, Gorgonzola … Nehmt einfach alles, was euer Käse-Herz begehrt!

Beilagen: Frisches Baguette aus dem Ofen, Kartoffeln und Nudeln sind leckere Beilagen.

Sonstiges: Kräuterbutter, Sauce Hollandaise, andere Soßen und Dips, Salz, Pfeffer und ein leckerer Gewürzmix dürfen für Fleisch, Baguette, Kartoffeln und Pfännchen nicht fehlen. Viele nehmen auch Pizzateig als Grundlage für ihre Pfännchen.

Lasst es euch schmecken!

Kommentare (1)

  • Mia

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    Hier kann man wirklich alles finden, was das Herz begehrt 🙂 ich bin beeindruckt. Vielen Dank für leckere Rezepte!

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