Anekdoten mit Urlaubsgästen

Wir Upstalsboomer teilen immer wieder gerne unsere Erlebnisse aus den Hotels und Ferienwohnungen zum Schmunzeln, zum Nachdenken und zum Freuen.

Hier hat Peter Günther gleich eine ganze Sammlung niedergeschrieben.

„Kleine Geschichten“

von Peter Günther – Interims Manager Ferienwohnungen Standorte

Dies ist eine kleine Sammlung von Anekdoten, die ich mit unseren lieben Urlaubsgästen in den letzten Jahren erleben durfte. :)

Die Kraft der Sprache

September 2012 – ein etwas trüber Vormittag im Servicebüro Atlantik in Kühlungsborn. Ich schaue mir gerade die aktuelle Anreiseliste an, als eine junge Frau das Büro betritt. Noch bevor ich eine Begrüßung über die Lippen brachte und mich erkundigen konnte, was ich für sie tun könne, sprudelte sie förmlich die Frage heraus: „Haben Sie auch Wohnungen mit Hund?“ Na das war ja eine Frage, die mir genau auf den Leib geschnitten war. :)

Ohne lange zu überlegen, antwortete ich: „Nein, den Hund müssen Sie bitte selbst mitbringen.“ Damit hatte ich einen kurzen, aber heftigen Denkprozess bei meiner Besucherin ausgelöst. Spontan meinte sie: „Oh, bin ich blöd.“ Das konnte ich so auf keinen Fall stehenlassen. Ich entschärfte ihre Aussage mit einem „Alles gut!“ und entschuldigte mich für meine Antwort. Im Anschluss habe ich die junge Frau selbstverständlich ausführlich beraten, in welche Wohnungen sie ihren Vierbeiner mitbringen darf. Und über den „Einstieg“ ihres Kurzbesuches haben wir gemeinsam noch herzlich gelacht.

Bei uns piept´s …

Servicebüro Holiday Residenz auf Borkum – ein ruhiger Wochentag. Der Anreise-Boom war wie immer am Wochenende zu erwarten. Zwei reifere Damen – Mutter und Tochter, wie sich später herausstellte – traten ein. Ich begrüßte beide wie gewohnt: „Hallo, was kann ich für Sie tun?“ Warum wunderte ich mich nicht über: „Hallo, wir haben da mal ’n Problem.“ Ich fragte, wo denn das Problem sei. Im gleichen Augenblick hielt mir die Mutter einen Rauchmelder entgegen. Ich dachte sofort: Ach der Akku… Nein, das war es nicht. Die Tochter meinte: „Wir haben ihn schon abgebaut, aber er piept noch in der Wohnung.“ Ich gönnte mir eine kurze Bedenkzeit und fragte mich: Bist du hier vielleicht bei der versteckten Kamera? Nein, die Damen schauten freundlich, aber so, dass ich schnell verstand, dass sie es ernst meinten. Ich versuchte, mich durch Fragen an das Thema heranzutasten und bemühte mich, ihnen nicht zu nahe zu treten. „Der Rauchmelder, den Sie hier in der Hand haben, piept noch bei Ihnen in der Ferienwohnung?“ „Jaa!“, klang es im Chor. Hm? Wie weiter? „Okay“, meinte ich, um mich und die Situation erst mal zu retten, „wenn Sie nichts dagegen haben, schaue ich mir die Sache in der Wohnung an.“ „Ja, vielen Dank“, meinten beide, “wir gehen jetzt sowieso erst mal einkaufen.“ Inzwischen war ich selbst neugierig, denn der Akku des Rauchmelders war in Ordnung und er piepte nicht in meiner Hand. Was also erwartete mich in der Wohnung?

In der Wohnung angekommen, hing die Plastikhalterung des Rauchmelders erwartungsgemäß ruhig und lautlos an der Zimmerdecke. Aber: Es piepte tatsächlich! Immer in gleichen Zeitabständen im Wohn- und Küchenbereich der Wohnung. Nachdem ich mich mehrfach suchend um die eigene Achse gedreht hatte, entdeckte ich den halboffenen, noch eingeschalteten Geschirrspüler, der den Damen eigentlich nur signalisieren wollte: ‚Schaltet mich aus. Ich habe meine Arbeit getan.‘ Nachdem die Gäste vom Einkauf zurückkehrten und ich – zugegeben etwas verschmitzt – gelächelt und den Spuk aufgeklärt hatte, mussten dann auch die beiden Damen schmunzeln.

Fehleinschätzung – so leicht kann man sich täuschen!

An einem schönen Sommertag im Jahr 2014 kam eine ältere Dame mit ihrer Enkelin ins Servicebüro Dünenschloss nach Kühlungsborn zum Check-in. Ich begrüßte sie wie gewohnt mit einem „Herzlich willkommen!“ und fragte: „Hatten Sie eine gute Anreise?“. Die Antwort kam prompt: „Ja, vielen Dank, wir haben bei Upstalsboom gebucht und möchten die Schlüssel für unsere Ferienwohnung.“ Nach routinemäßiger Abfrage der Gastdaten und Erledigung aller Formalitäten, wand ich mich dem Mädchen zu – sie war etwa 1,40 m klein und reichte gerade mal mit der Nasenspitze bis zum Tresen – und sagte: „Schau mal, für dich habe ich einen Buddeleimer zum Spielen im Sand am Strand.“ (Dazu muss man wissen, dass wir unseren jüngsten Gästen zur Begrüßung ein Set mit Sandspielzeug überreichen.)

Das Mädchen richtete sich betont auf, strafte mich mit einem vorwurfsvollen Blick, holte Luft… Ich war gespannt, was jetzt kommt. Dann meinte die junge Dame: „Aus dem Alter bin raus. Ich bin schließlich schon neun!“ Hauahauaha!! Da war ich ja mächtig ins berühmte Fettnäpfchen getreten. Seitdem frage ich alle Kinder erst einmal, ob sie gern im Sand spielen und einen Buddeleimer haben möchten – übrigens auch die, die aus dem Alter raus zu sein scheinen, denn ich hatte auch schon Zwölfjährige, die sich durchaus über so ein Eimerchen gefreut haben!

#kleineGeschichten

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