Heimatküche – Neujahrskuchen wie bei Mutti!

Juhu, es ist wieder Neujahrskuchen-Zeit! Etliche, mich inbegriffen, freuen sich das ganze Jahr darauf, dass endlich wieder dieses hauchdünne Gebäck geknabbert werden kann. In Norddeutschland, vor allem in Ostfriesland und im Emsland, sind die kleinen Hörnchen besonders beliebt. Hier werden Neujahrskuchen aber meist plattdeutsch Rullekes, Neeijahrskook oder auch Krüllkoken genannt.

Die Zutaten für den Neujahrskuchen

Für den Neujahrskuchen-Teig braucht Ihr:

  • 300-350 g Kluntje bzw. Kandis, für die nicht-Ostfriesen
  • 1 L abgekochtes Wasser
  • 500 g Mehl
  • 250 g Butter
  • 2-3 Eier
  • 2-2½ TL Kardamom
  • etwas Salz

Wahlweise:

  • 2 TL Anis
  • 1 ½ TL Zimt
  • 2 TL Kakaopulver
  • Vanilleextrakt

Das braucht ihr unbedingt:

  • 1 Waffeleisen für Neujahrskuchen
  • 1 Waffelhorn aus Holz … oder ein langer Holzstab … oder eine kleine Schale … oder zwei Hände & einen kreativen Kopf ;)

So einfach geht’s!

Löst den Kandis-Zucker in dem heißen Wasser auf und lasst es anschließen abkühlen. Nachdem Ihr Butter und Eier zusammen schaumig gerührt habt, könnt Ihr das abgekühlte Kluntjewasser und das Mehl immer abwechselnd hinzugeben. Dafür sollte das Mehl am besten durchgesiebt sein. Oder Ihr denkt wie im Video nicht darüber nach und kippt alles zusammen in die Schüssel – schmeckt trotzdem ;). Zuletzt gebt Ihr einfach Eure Gewürze hinzu. Diese kann man je nach Lust und Laune variieren: Wie oben angegeben, könntet Ihr zum Beispiel mit Zimt, Anis, aber auch mit Vanille oder Kakaopulver experimentieren. Das ist zwar dann nicht mehr die ganz klassische Ostfriesen-Variante der Neujahrskuchen, aber da wollen wir Mal nicht so sein. ;)

Das Ganze sollte vor der Weiterverarbeitung eine Nacht bzw. einen halben Tag ruhen. Ist der Teig danach zu sehr nachgedickt, kann er ganz einfach mit ein wenig warmen Wasser oder ggf. einem Rest Kluntjewasser verdünnt werden.

Vom einfachen Hörnchen bis zum Kunstwerk

Dann kommt der spannendste Teil: Backt den Teig portionsweise mit dem Eisen aus. So lange die Waffel dann noch warm ist, kann man sie formen. Hierbei muss man jedoch schnell sein, denn wer zu lange wartet, der riskiert, dass der Neujahrskuchen aushärtet.

Traditionell nimmt man ein konisches Waffelholz, um die typischen Spitztüten zu formen, die dann pur genossen oder mit Schlagsahne gefüllt werden. Mithilfe einer kleinen Schüssel könnt Ihr die Waffel aber auch zu einer Schale formen, die z.B. mit Eis und heißen Kirschen serviert wird. Wer kein spitzes Waffelholz hat, kann sein Rullerke auch nur um einen dicken Stab rollen und anschließend an einer Seite in geschmolzene Schokolade tauchen oder beliebig falten und formen. Hier kann man also kreativ werden, probiert es einfach mal aus!

Neujahrskuchen – ein Heimatsgefühl

Als echter Ostfriese kann ich auf meine Neujahrskuchen einfach nicht verzichten. Am 1.1. gehören sie natürlich jedes Jahr ausnahmslos zum nachmittäglichen (und vormittäglichen … und abendlichen) Tee dazu, aber zum Glück darf auch schon in der ganzen Vorweihnachtszeit geschlemmt werden. Denn für mich sind Neujahrskuchen meist viel mehr als nur ein knuspriges Beiwerk zum Tee – sie sind ein wohliges Heimatgefühl.

Richtig gemütlich wird es, wenn man dann noch gute Freunde, Mutter und/oder Tante einlädt und in großer Runde zusammen Hörnchen rollt. Dabei sollte am besten jeder (oder jeder zweite) sein eigenes Eisen haben, damit alle auch genug zu tun haben.

Die Neujahrskuchen werden meist ganz praktisch in großen Mengen auf Vorrat gebacken. Damit die kleinen Leckereien dann auch lange schön knackig bleiben, werden sie klassischerweise in eine alte, metallene Milchkanne gelegt, die dann mit Pergamentpapier zwischen Deckel und Kanne geschlossen wird. Da allerdings nicht jeder eine solche Kanne im Haushalt hat, könnt Ihr notfalls auch zu einer normalen Blechdose mit Pergamentpapier greifen. ;)

Na, habt Ihr Appetit bekommen? Dann besorgt Euch ein Waffeleisen für Neujahrskuchen und legt los! Ihr werdet es nicht bereuen. :)

Beste Grüße

Sebastian

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