Mit Upstalsboom in Ruanda – Kiras Eindrücke

Seit 2014 sammeln wir in den Hotels und Büros der Ferienwohnungen mit der Unterstützung unserer Gäste Spenden für den Bau von Schulen in Ruanda. Nun konnten wir schon die 5. Schule eröffnen und Geschenke überbringen. Kira war dabei:

„Ruanda hat für immer einen Platz in meinem Herzen“

Ich durfte Teil der 5. Delegationsreise nach Ruanda sein und ich bin noch immer so dankbar und hin und weg von dieser Reise, die so unglaublich war. Nun bin ich zurück und so viele Menschen stehen vor mir und löchern mich verständlicherweise mit vielen Fragen: Wie war es? Was hat es mit dir gemacht? Erzähl von deinem Aufenthalt!

Wie kann man das erklären was man dort gesehen, erlebt und gefühlt hat? Es ist wirklich schwierig alles in die richtigen Worte zu fassen, damit es dem Erlebten gerecht wird. Wir haben so viel gesehen und erlebt, tolle Menschen kennengelernt und der Moment der Schuleinweihung war einfach einmalig. Ich versuche zu erklären, aber in meinem Kopf heißt es immer nur: Ihr müsst es selbst gesehen haben, um es zu verstehen!

Die Schönheit Ruandas

Ruanda ist ein wunderschönes Land, das Land der 1.000 Hügel, der 1.000 Täler und sicherlich auch der 1.000 Lachen. Wir sind zur Regenzeit gereist, wodurch die Landschaft so herrlich saftig grün war. So oft habe ich versucht die Stimmung mit meiner Kamera einzufangen. Schaue ich mir jetzt die Bilder an, kommt es dem zwar nahe, aber die Dimension muss man live gesehen haben, um die Schönheit des Landes vollumfänglich zu erfassen.

Bei unserer Tour durchs Land haben wir so viele Menschen gesehen, jeder scheint unterwegs zu sein. Entweder zu Fuß mit einem riesigen Korb Süßkartoffeln auf dem Kopf, mit einer Bananenstaude auf dem Fahrrad oder auch mit einem kleinen Baby auf dem Rücken, in der Hand eine Harke für die Arbeit auf den Feldern. Und so viele Kinder die uns zuwinkten und laut „Muzungu“ riefen, was so viel heißt wie „weißer Mensch“. Viele Kinder hatten vorher noch nie einen weißen Menschen gesehen und fassten unsere Hände an, als könnten Sie es nicht glauben. Ein toller Moment.

Wir erkundeten Ruanda hauptsächlich mit den Jeep der uns tagtäglich die berühmte „african massage“ lieferte. :-) Viele Straßen sind einfach nicht befestigt und nach einem Regenschauer teilweise schwer zu befahren. Es war zeitweilig sehr abenteuerlich, vor allem wenn ein Jeep stecken blieb in dieser lehmartigen, roten Erde. Die Safari durch den Akagera Nationalpark oder auch die Bootstour auf dem Kivusee waren einfach außergewöhnlich. Diese Bilder wenn ich zurück denke sind noch so präsent und einfach wunderschön.

Den Völkermord vor Augen

Dieses Land hat so viel Leid hinter sich und hat sich trotz allem aufgerafft und steht stolz vor uns mit einem Lächeln. 1994 passierte einer der grausamsten Völkermorde in diesem schönen Land und binnen 100 Tage wurden ca. 1 Million Menschen im wahrsten Sinne des Wortes abgeschlachtet. Nicht nachvollziehbar und so schwer für uns zu begreifen – im Genozid-Museum und in einer weiteren Gedenkstätte wurde wir damit konfrontiert. Dies hat uns schwer erschüttert und mitgenommen, vor allem der Fakt, dass dies noch gar nicht so lange zurück liegt und dass die Welt anscheinend zugeschaut und nichts unternommen hat. Wir hörten von grausamen Schicksalen, aber auch von Hoffnung, Vergebung und Verzeihen.

Die neue Schule

Einer der emotionalsten Momente war die Schuleinweihung der Schule Nyamiyaga. Die Fahrt dorthin war in der Tat sehr huckelig und ein einziges Auf und Ab. Nach einigen Stunden kamen wir an einem Hügel an, hielten an und stiegen aus, denn wir waren da. Völlig unvorbereitet und überwältigend nahmen wir den Moment wahr. Der Moment wo ca. 500 Kinder den Hang hinauf aufgereiht standen, klatschten und für uns sangen, ließ unser Herz höher schlagen. Wie auf einer Wolke schwebten wir hinauf und wurden herzlich in Empfang genommen von dem Schuldirektor und seinem Kollegium. Und schon ging es weiter mit Tänzen, Gesängen, Reden und so viel Herzlichkeit. Unsere mitgebrachten Geschenke wurden in Empfang genommen und mit so viel Dankbarkeit entgegen genommen.

Auch die Besuche der von Upstalsboom & Fly & Help aufgebauten Schulen Kabirizi und Sanzu waren bewegend und so mitreißend. Jedes Mal wurden wir singend, tanzend und vor allem mit offenen Armen empfangen. Die Kinder drängten sich aneinander um uns zusehen. Auch für Sie war es ein aufregendes Erlebnis von dem Sie sicherlich noch einige Zeit erzählen werden.

Vorbild aus der „dritten Welt“

Ruanda ist in so vielen Dingen vorbildlich. So ist das Land plastikfrei und sauber. Jeder trägt dazu bei, dass es einfach an jeder Ecke sauber und ordentlich ist. Es gibt community days, wo die Einwohner einen Tag in der Woche dazu nutzen etwas für das Gemeinwohl zu tun, ob eine Kirche streichen, ein Haus für die besonders Armen reparieren oder auch eine gemeinsame Straßenreinigung.

Außerdem steht Ruanda an erster Stelle der Welt im Hinblick auf die „gender equality“. Viele Frauen besetzen Stellen in der Politik und Männer nehmen an Babykursen teil, um zuhause bei den Kids zu bleiben. Unglaublich, oder?

Bewegender Moment: Ein Traum wird wahr!

Am letzten Tag machten wir uns auf den Weg zu Uta Düll und ihrem Gesundheitszentrum. Uta arbeitet seit 1995 als Leiterin dieses Krankenhauses in einer sehr abgelegenen Region Ruandas in der Nähe zur Grenze zur Demokratischen Republik Kongo. Sie ist Fachärztin für Chirurgie, deckt aber als einzige Ärztin des Krankenhauses im Prinzip alles ab. Was diese Frau leistet ist einfach unglaublich und wie bescheiden sie dabei ist, hat uns tief beeindruckt. Ich glaube von vielen Einheimischen wird sie fast als Heilige gesehen. Sie hilft wo sie nur kann und verdient damit wirklich den größten Orden den es gibt.

Dort trafen wir auch auf einen kleinen Jungen, dem das Bein amputiert wurde, nachdem es offen und oft entzündet war. Sein Traum war eine Beinprothese, die umgerechnet ca. 80 € kostet. Für mich war es der bewegendste Moment, als Peter ihm Geld für seinen Traum übergab und er vor Dankbarkeit strahlend um Fassung rang. Dieser Moment der Rührung ist einfach unbeschreiblich. Für uns sind 80 € ein Klacks, für die Menschen dort lebensverändernd.

Die Reise nach Ruanda wird für immer in meinem Herzen sein, wie auch alle Menschen die mitgereist sind. Es war unglaublich und ich werde noch sehr oft daran zurückdenken.

Eure Kira

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