Wer hat eigentlich das Fahrrad erfunden?

Meilensteine der Fahrradgeschichte

Die Geschichte des Fahrrads ist ca. 200 Jahre alt. Zuerst entwickelte man sogenannte „Laufräder“ bzw. „Laufmaschinen“ – dies war die Vorstufe des Fahrrads und ist heute bei Kleinkindern wieder sehr beliebt, da Stützräder für die Lernphase mittlerweile als hemmend angesehen werden.

Geschichte des Fahrrads – von 1817 bis heute

1817 – Das Laufrad – Ganz aus Holz

In diesem Jahr entwickelte ein Deutscher namens Karl Friedrich von Drais die erste lenkbare Laufmaschine namens „Draisine“ oder „Veloziped“. Diese fuhr aber auf ebener Fläche nicht schneller als 15 km/h und Reifen, Lenker und Gestell waren noch aus Holz. Dies entsprach in etwa der Geschwindigkeit eines galoppierenden Pferdes. Dennoch katapultierte er mit seiner Idee die Welt in ein neues mobiles Zeitalter.

Laufrad (damals) und Kleinkindlernlaufrad (heute)

1853 – Fahrrad-Pedale

Durch den Deutschen Philipp Moritz Fischer entstand die Idee an der Vorderachse des Laufrads Pedale anzubringen. Das Laufrad wurde damit zum Tretrad.

1869 – Das Hochrad – Eine wackelige Angelegenheit

Als man dann die sogenannten „Hochräder“ entwickelte war eine Höchstgeschwindigkeit von bis zu 40 km/h möglich. Jedoch war dies nicht jedermanns Sache und außerdem ein recht kippeliges und wankendes Unterfangen, denn das Vorderrad war im Durchmesser bis zu anderthalb Meter hoch und es kam nicht selten zu Überkopfstürzen mit schweren Verletzungen. / Mark Twain: Wie man das Hochrad zähmt

1870 – Kettenantrieb

Später trennte man den Antrieb und die Lenkung durch den an der Hinterachse befestigten Zahnkranz, die Kette, das Antriebskettenrad, sowie die Tretkurbel. Während die Kraftübertragung auf die Straße nun über das Hinterrad erfolgte, diente das Vorderrad zur Lenkung. Der Franzose und Uhrenmacher André Guilmet gilt als Erfinder des Kettenantriebs.

Durch den Einsatz von verschieden großen Zahnrädern an der Tretkurbel und Radachse ging es auch mit den Geschwindigkeiten aufwärts.

1875 – Beleuchtung, Bremsen und Co. (Weiterentwicklung)

Um 1875 wurden die Fahrräder mit Ölfunzeln als Beleuchtung ausgestattet. Diese dienten aber hauptsächlich dazu, selber gesehen zu werden. Etwas später wurden Rücktrittbremsen serienmäßig eingebaut. Weitere technische Highlights waren ein gefederter Sattel, sowie der Freilauf (damit sich die Pedale und Tretkurbeln beim Rollen nicht mit bewegen).

 Unbenannt

 

1888 – Luftreifen

Der Ire John Boyd Dunlop erfand einen mit Luft gefüllten Reifen aus Kautschuk. Dieser setzte sich anschließend auch in der Fahrradindustrie durch.

1927 – Kettenschaltung

Im Jahr 1927 wurde die erste Kettenschaltung mit mehreren Ritzeln gebaut. Dadurch war es erstmals möglich die Funktionsweise an die Beschaffenheit des Weges anzupassen. Diesen Schaltungstyp haben bis heute fast alle Sporträder.

Aufgrund von Gummiknappheit gab es in (Nach-)Kriegszeiten Fahrrad-Notbereifungen
Fahrrad-Notbereifungen

A: Reifen aus spiralförmig gewundenem Stahlblech (1916-1919)

B: Rad mit Spiralfederbereifung (1916-1919)

C: Rad mit Korkscheibenauflage (um 1945)

D: Rad mit Gummischeiben (um 1945)

E: Rad mit Gummi-Muffenauflage (um 1945)

F: Rad mit Federn und Vollgummireifen (um 1945)

G: Reifen mit Federn und Vollgummibelag (um 1945)

 

Fahrrad-Erfindungen der letzten 40 Jahre

1974 – Charles Kelly, Gary Fisher und Joe Breeze statten alte Fahrräder mit Stollenreifen aus und erfinden somit das Mountainbike.

1976 – Der Trend zu Leichträdern wird durch das deutsche Unternehmen Kettler eingeleitet. Sie schweißten den ersten Fahrradrahmen aus Aluminium.

2005 – E-Bikes werden salonfähig. Höhere Reichweiten werden durch die neue Lithium-Technologie ermöglicht. Bleigel-, Nickel-Cadmium- und Nickel-Metallhydrid-Akkus werden nicht mehr verwendet.

Fahrradtypen aktuell

Heutzutage gibt es eine große Zahl an Fahrradtypen. Planst du gerade den Kauf eines neuen Fahrrads? Dann ist die Nebensaison (September bis März) genau die richtige Zeit, um qualitativ hochwertige Fahrräder (wenn man nicht das allerneueste Modell haben muss) besonders günstig zu erwerben. Um möglichst kein Kriterium zu vergessen, empfiehlt es sich eine Checkliste zu verwenden.

Trend Eingang-Fahrräder

Wenn Du Dich für Singlespeed- und/oder Fixie-Fahrräder interessierst, gibt Dir dieser Beitrag einen kleinen Einblick.

Energieverbrauch

Mit dem Fahrrad kannst Du heute bei gleichem körperlichem Einsatz deutlich weitere Strecken zurücklegen als zu Fuß und es gilt bis heute als das umweltfreundlichste Transportmittel.

Wusstest du…?

…, dass aktuell wahrscheinlich nirgendwo auf der Welt so viel Fahrrad (Fietsen) gefahren wird wie in den Niederlanden? Dort gibt es sogar mehr Fietsen als Menschen. Durchschnittlich regnet es in den Niederlanden inklusive der Nächte 7 % der Zeit im Jahresdurchschnitt – Obwohl das dort vorhandene gemäßigte Meeresklima garnichtmal so feucht ist, solltest Du doch immer einen Regenschutz dabei haben.

…, dass das Fahrrad die heute am meisten gebaute und verkaufte „Maschine“ der Welt ist?

Tipp: Ein besonderer Ausflugstipp an der Nordsee ist eine jährlich stattfindende Kirchturm-Tour in der Gemeinde Krummhörn. Diese ist 65 km lang, verbindet 19 Krummhörner Dörfer und gilt als touristischer Leckerbissen. Kulturell wertvoll und eine sportliche Herausforderung. :) Leuchttürme, Gulfhöfe, Häuptlingsburgen, Windmühlen, das UNESCO Weltnaturerbe Wattenmeer und vieles mehr gilt es zu entdecken. Weitere Ausflugstipps für Eure nächste Radtour an Nord- oder Ostsee habe ich noch in einem vorangegangen Blogbeitrag für Euch zusammengestellt.

Wenn Du etwas vermisst oder einen Fehler entdeckt haben solltest, bitte ich Dich mir eine kurze Nachricht in den Kommentaren zu hinterlassen.

Beste Grüße

Norbert

 

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Kommentare (4)

  • Buktu

    |

    „… und Fahrräder ohne Gangschaltung werden gar nicht mehr gebaut“

    Der Singlespeed- und Fixietrend ist am Autor wohl vorbei gegangen.
    Vom Sport (Bahnrad, Kunstrad, BMX, Radball – fallen mir spontan ein) ganz zu schweigen. Ist zwar nicht so angesagt wie Fussball, aber irgendwo müssen deren Sportgeräte ja herkommen.
    Man hätte ja mal den verlinkten Wikipedia-Artikel lesen können.

    Reply

    • Norbert

      |

      Hallo Buktu,
      ich danke dir für deinen kritischen Kommentar. Der Singlespeed- und Fixietrend ist tatsächlich an mir vorbeigegangen. Es freut mich aber sehr, dass du meinen Beitrag, der sich ja hauptthematisch mit den Meilensteinen der Fahrradgeschichte befasst, genau und bewusst gelesen hast. Jedes Feedback freut mich als Neuling/Blogschreiber ungemein, so auch Deins. Bitte habe Verständnis dafür, dass man natürlich nicht die komplette Latte an Unterarten und Entwicklungen in einem Beitrag verarbeiten kann. Ich habe den Satz „…gar nicht mehr gebaut“ entfernt, da dies schlicht falsch ist und einen zusätzlichen Hinweis mit Verlinkung zu den Trendfahrrädern aufgenommen.

      Beste Grüße und danke für Dein Engagement
      Norbert

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  • we-love-webdesign

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    Fahrräder… Ich habe eine wunderbare Hassliebe zu Fahrrädern… Ich habe letztens im Kreise meiner Freunde einmal aufgezählt was mir alles schon für Missgeschicke mit dem Fahrrad passiert sind und ich konnte sage und schreibe 30 Minuten einen Monolog halten.
    Und nein ich habe noch keine 60 Jahre auf dem Buckel, sondern erst 25.

    Mein liebstes Beispiel für meine Missgeschicke sind eigentlich zwei Klassiker:

    In jungen Jahren habe ich mir das Fahrrad meines Vaters ausgeliehen, welches er über 10 Jahre gefahren ist ohne jemals ein Problem (außer einem Platten) damit zu haben.
    Dann habe ich es mir 1x!! mal ausgeliehen um damit zur Tanke zu fahren – auf dem Rückweg ist mir die Pedale abgefallen… – jetzt der Witz: Zwei Wochen später habe ich mir das Fahrrad meiner Mutter geliehen – Ständer abgefallen… Das ist glaube ich auch der Grund, weshalb mich meine Mutter nie ihr Auto hat benutzen lassen. Bis heute glaube ich an eine höhere Kraft, welche mich versucht von Fahrrädern fernzuhalten..

    Zweite kleine Geschichte kurz zusammengefasst – Fahrrad bei BOC gekauft – nächsten Tag ist der Sattel beim Fahren auf einer flachen Straße abgebrochen und ich lag auf der Schnuute… Gab eine dicke Entschuldigung und einen netten Gutschein – aber sowas passiert auch nur mir… ich könnte Stundenlang (30min) so weitermachen.

    Danke an Euch für den Einblick – dann weiß ich jetzt wem ich dankbar sein kann :D

    GLG!!!!

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    • Norbert

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      Ich habe auch jemanden im Bekanntenkreis, der passieren immer wieder die unglaublichsten Dinge. So wird´s aber auch nie langweilig. Never give up, never surrender. ;)
      Beste Grüße
      Norbert

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