Zu viel Ei & Schokolade – Resteverwertung nach Ostern

Überzählige Ostereier und halbe Schokohasen, -Tafeln und -Eier säumen das Schlachtfeld nach Ostern. Aber daraus lassen sich leicht Köstlichkeiten für später zubereiten. Sehr viel später geht auch …

„Puh, ich kann nicht mehr!“

Ordentlich reingehauen über die Feiertage? Na klar, Ostern ist auch das Fest für Leckereien. Das war es schon in grauer Vorzeit in Form von Frühlingsfesten. Der Winter ist vorbei, der Winterspeck ist runter – und wenn nicht, dann wird das jetzt auch nix mehr. Dazu eine Handvoll Feiertage, gute Gesellschaft und gutes Essen. Bis zum Zuckerkoma und der Erkenntnis, dass man vielleicht viel zu viel eingekauft hat.

Was kann man tun? Nun, eines wisst ihr sicher selber – es gibt auch nach Ostern immer Kinder, Senioren, Flüchtlinge oder einfach arme Menschen, die sich über gespendete Süßigkeiten freuen. Hauptsache nicht wegschmeißen. Süßes hält lange und sogar Produkte wie Eier lassen sich haltbar und zusätzlich sehr schmackhaft machen. Wir haben ein paar Ideen gesammelt.

Selbstgemachte Schoko-Crossies

Einfacher geht Resteverwertung kaum: Schmelzt einfach die Schokolade von Ostern im Wasserbad (ich mag hier am liebsten Zartbitter- und Mokka-Schokolade) und vermischt sie anschließend mit Cornflakes, wer mag auch mich Mandel-Splittern. Danach formt Ihr mit zwei Löffeln kleine Häufchen auf einem mit Backpapier bestücktem Blech und lasst sie ein paar Stunden hart werden. Et voilà: Selbstgemachte Schokocrossies. :)

Schokoladeneis am Stil

Halbe Osterhasen, Tafelreste, sogar Krümel lassen sich zu richtig gutem hausgemachtem Schokoladeneis verarbeiten.

Wichtig: So ein Stück Schokolade nicht einfach ins Eisfach legen. Das verliert deutlich an Geschmack, gewinnt aber dafür an Härte. Veranschlagen wir mal 10 kleinere Portionen in der Größe eines Eis am Stiels.

Zutaten

250ml Milch, 100g Zucker, 1 Vanilleschote, 2 Eigelb, 2 Eier und 250ml Schlagsahne.

Das ist ausgelegt für ca. 150g Zartbitterschokolade.
Wenn es keine Zartbitterschokolade ist, weniger Zucker nehmen. Wie viel? Tja… probiert es aus. Zur Not kann man sein fertiges Eis hinterher ja immer noch extra zuckern.

Zubereitung

Schokolade kann man raspeln, mit dem Messer abschaben oder, wenn es sich etwa um hohle Osterhasen etc. handelt, klein stoßen. Je kleinteiliger, desto schneller gelingt das Schmelzen.

Milch, Zucker und die Vanilleschote ab in den Topf und kurz aufkochen lassen. Ein paar Minuten ziehen lassen. Dann die Schote rausnehmen. Eigelb und Eier in einer Schüssel verquirlen und dabei langsam die warme Milch dazu gießen.

Anschließend kommt die zerkleinerte Schokolade dazu. Hier kann man variieren: Dunkle, Vollmilch- oder weiße Schokolade? Tafeln mit Trauben- oder Beerengeschmack zusammenlegen? Vielleicht eine geriebene Orangenschale dazu? Probiert einfach ein bisschen aus oder nehmt, was Ihr gerade da habt. Das wird dann in einem heißen Topf in die milchige Masse gerührt – so lange, bis die Schokolade geschmolzen ist. Danach von der Platte nehmen und rühren bis es kalt geworden ist. Rühren, rühren, rühren – nach so viel Bewegung hat man sich das Ergebnis mehr als verdient ;-). Als letztes kann man die Konsistenz mit Sahne noch etwas fluffiger machen: Sahne steif schlagen und drunter rühren.

Danach wäre die Masse zum Einfrieren fertig. Für visuelle Ästheten auch gerne eine extra Portion nur mit weißer Schokolade anfertigen und dann mit dunkler Masse zusammen mischen – mmmh … Mamor-Eis! Und jetzt gibt es natürlich verschiedenste Eisförmchen mit und ohne Stiel. Für klassisches Eis am Stiel erst etwas anfrieren lassen (so 2 Stunden) und dann Stiel rein, Klappe zu und im Sommer wieder nachschauen und genießen. Oder ganz ungeduldig das angefrorene Eis schon am gleichen Abend löffeln – geht auch! ;-)

Nutella-Ersatz-Aufstrich

Schokoladen-Aufstrich

Na klar! Statt einfrieren einfach nur in den Kühlschrank stellen, setzen lassen und am nächsten Tag mal auf dem Frühstücksbrötchen ausprobieren. In dieser Form sollte die Schokoladenmasse aber besser nicht bis zum Sommer stehen gelassen werden.

Heiße Schokolade am Stiel

Ganz einfach gemacht und gleichzeitig außergewöhnlich, ist die heiße Schokolade am Stiel! Dazu müsst ihr in der einfachsten Variante lediglich die restliche Oster-Schokolade schmelzen, in kleine Förmchen füllen, z.B. in solche für Mini-Muffins, und mit einem Stiel darin wieder erhärten lassen.

Es geht aber noch schöner und leckerer: Die Schokolade mit etwas Back-Kakao und vielleicht Puderzucker „verlängern“. Gewürze wie Zimt, Orangenschalen- oder Rum-Aroma können Eure Trinkschokolade am Stiel noch weiter verfeinern. Wer dann noch Splitter einer anderen Schokoladensorte oder Mini-Marshmallows auf die noch etwas flüssige Schokolade in den Förmchen streut, hat ganz schnell und einfach ein kleines Meisterwerk kreiert. Lasst die Schokoladenmasse anschließend mit einem praktischen Holzwürfel darin hart werden. Mit etwas Klarsicht-Folie und Geschenkband habt ihr im Handumdrehen ein schönes und liebevolles Mitbringsel für den nächsten Geburtstag parat!

Die Trinkschokolade am Stiel wird einfach in einer Tasse mit heißer Milch eingerührt und genossen.

Ostereier verwerten

Am Ostersonntag war die Freude über hartgekochte Eier noch groß, aber bald schon hat man genug davon. Also muss Abwechslung ins Spiel gebracht werden! Leckere Abwechslung.

Gefüllte Ostereier

Wer zwar kein Appetit auf das normale hartgekochte Osterei hat, aber durchaus noch etwas essen kann, der kann

Man schneidet das hartgekochte Ei der Länge nach in 2 Hälften und entnimmt jeweils das Eigelb. Dies wird dann mit etwas Salz, Pfeffer, Senf (auch süßer Senf geht) und nach Geschmack mit Schnittlauch oder Petersilie verfeinert. Die Masse kommt in einen Spritzbeutel und damit wieder zurück in die Eigelb-Mulde. Wer mag, garniert mit Kräutern oder gibt am Ende noch einen Schuss Balsamico und ein Tropfen Öl hinzu. Was das Öl geschmacklich bewirken soll, ist mir bis heute ein Rätsel. Als Kind fand ich das Ölauge im Essig ganz lustig. Kann man getrost weglassen – weniger Öl bedeutet auch insgesamt besser für die Figur. Ja, ja! Nachzulesen unter www.ich-mache-mir-was-vor.oh.   

Ein Karton mit bunten Ostereiern

Eingelegtes Solei – für Feinschmecker

Was aber, wenn Oma oder Tante für den Ostersonntag mit einem Berg hartgekochter Ostereier aufwartet und man schon das Dritte nur aus reiner Freundlichkeit mit leicht verkniffenem Gesichtsausdruck verschlungen hat? Die Antwort: Einlegen!

Solei (Sol-Ei gesprochen) galt über Jahrhunderte als Arme Leute-Essen. Aus diesem Ursprung ergibt sich auch der Vorteil. Soleier sind lange haltbar, bisweilen über Monate. Das hängt dann ein bisschen davon ab, wie man einen zarten Hauch von Schwefel auf der Zunge empfindet – als ekelig oder exquisit.

Dafür nimmt man ein Einmachglas mit Gummi. Die gekochten Eier werden rundherum ganz leicht angeschlagen – nicht gepellt! Durch die Brüche in der Schale dringt später der Geschmack des Sudes in die Eier, ohne sie aufzuweichen.

Der Sud besteht zuerst einmal aus Wasser und Salz. Und zwar so viel Salz, dass die Eier Auftrieb bekommen. Dann variieren unzählige Kombinationen von Zutaten in den Rezepten. In der Regel sind das: Kümmel, Pfefferkörnern, Piment, Wacholderbeeren, Lorbeer, Gewürznelken, Zwiebeln und Zwiebelschalen. Bei uns zu Hause sind wir von Natur aus auf leckeren Essig gepolt, dass wir den auch hier schon hinzugeben.

Das Einmachglas muss nicht randvoll gefüllt sein. Aber die Eier sollte der Sud schon ganz bedecken – logisch. Die Gläser müssen nicht in den Kühlschrank. Ein kühler Keller ist genauso gut. Nein, nicht in die pralle Sonne oder auf die Heizung … Ihr ahnt es.

Ob man die eingelegten Eier später beim Essen zusätzlich mit Pfeffer, Salz, Senf, Essig und Öl anreichert, darf jeder selber entscheiden.

Innerhalb der ersten 4 Wochen verändern sich die Eier abgesehen von der Annahme des Sud-Geschmacks nicht. Danach kann sich – muss nicht – die angesprochene, ganz zarte Note Schwefel einschleichen. Wer das mag, kann die Eier auch noch nach Monaten ohne Gesundheitsgefährdung genießen.  

Alle Reste aufgegessen?

Nach all der Resteverwertung erst einmal ein Eierlikörchen auf die Gesundheit. Prost und guten Appetit!

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